Missionsdirektorin rechnet mit Klima-Flüchtlingen

Nachricht 09. August 2007

Hermannsburg/Kr. Celle (epd). Die niedersächsische Missionsdirektorin Martina Helmer-Pham Xuan rechnet angesichts des Klimawandels mit einer Zunahme von Flüchtlingen. "Im schlimmsten Falle kann es zu einer wahnsinnigen Migrationsbewegung kommen", sagte die Direktorin des Evangelisch-lutherischen Missionswerks mit Sitz in Hermannsburg am Mittwoch im epd-Gespräch. Die Deutschen müssten sich viel mehr als bisher auf das Zusammenleben mit Menschen anderer Kulturen vorbereiten.

"Die Auseinandersetzung mit dem Fremden haben wir nicht gelernt", sagte Helmer-Pham Xuan. Die Begegnung mit anderen Kulturen sei aber wichtig, um diese einordnen und als Bereicherung sehen zu können. Das beuge einer Fremdenfeindlichkeit vor. Die Probleme in den ärmeren Ländern des Südens seien noch immer zu wenig im Blick, betonte die Leiterin des Werks, das mit kirchlichen Partnern in 17 außereuropäischen Ländern zusammenarbeitet.

"Eigene Not, Arbeitslosigkeit und Unsicherheiten lassen die Menschen erst einmal auf sich selber schauen", erläuterte sie. Diese Perspektive greife aber zu kurz. Auch in der evangelischen Kirche sehe sie zur Zeit eine Gefahr der Provinzialisierung. Das im vergangenen Jahr veröffentlichte Zukunftspapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) "Kirche der Freiheit" zum Beispiel bleibe in Deutschland stehen, kritisierte die Pastorin.

Das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Niedersachsen schickt seit fast 160 Jahren unter anderem Pastoren und Mediziner in Partnerkirchen im Ausland. Künftig sollten diese Mitarbeiter noch engere Kontakte zu Kirchengemeinden in Deutschland knüpfen, kündigte Helmer-Pham Xuan an. Sie sollten über die besonderen Lebensverhältnisse in den afrikanischen, lateinamerikanischen oder asiatischen Ländern berichten, um Fremdheit zu nehmen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2274/09.08.07)
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