Der Ballonkünstler aus dem Kirchenzelt

Nachricht 07. August 2007

Diakon Bernd Knobloch begeistert Urlauber mit besonderen Talenten

Wietzendorf/Kr. Soltau-Fallingbostel (epd). Bernd ist beliebt. Wenn Bernd fragt, wer mitmachen möchte, melden sich fast alle Kinder im Kirchenzelt. Bernd kann singen und gleichzeitig aus Luftballons Blumen formen - so schnell, dass das Auge kaum zu folgen vermag. Auf dem Campingplatz in der Lüneburger Heide, wo die Urlauber schnell beim "Du" sind, erreicht der evangelische Diakon Bernd Knobloch auch durch sein Talent für Kleinkunst und Gesang täglich mehr als 200 Kinder und Erwachsene.

Vor fast 20 Jahren, als Knobloch Jugenddiakon in einer Kirchengemeinde war, zeigte ihm ein Zauberer Luftballontricks. "Ich dachte, wenn du etwas Ordentliches lernen willst, dann das", erinnert sich der 54-Jährige lachend. Bis heute hat er das Handwerk perfektioniert und lässt sich in seiner Freizeit zu Stadtfesten oder von Geschäften als Ballonkünstler engagieren.

Im "Südseecamp" im Heideort Wietzendorf trägt es zur ungezwungenen Stimmung bei, wenn er mit Ballons zaubert und zu Gitarre oder Play-Back-Musik singt. Mehr als 40.000 Besucher zählte die "Kirche unterwegs" im vergangenen Jahr auf dem Campingplatz. Dort hat die Urlauberseelsorge zwischen Wohnwagen ihr Kuppelzelt aufgeschlagen. Gäste kommen in Sandalen und Gummiclogs zum Gottesdienst oder zum "Treff für Kids".

"Die meisten Besucher haben mit der Kirche im Alltag wenig Kontakt", sagt Knobloch. Er selbst war schon als Jugendlicher christlich engagiert und hielt seine erste Predigt. Mit Anfang 20 entschloss sich der gelernte Landwirt, den elterlichen Hof nicht zu übernehmen, sondern eine theologische Ausbildung zu machen. Er sei einer Berufung gefolgt, sagt Knobloch. "Ich habe mich ein Jahr lang damit beschäftigt, bis ich dazu den Mut hatte."

Mehr als 200 Tage im Jahr laden der Diakon und sein Team zu Veranstaltungen ein. Wie zumeist bei "Kirche unterwegs", die bundesweit auf rund 80 Campingplätzen vertreten ist, ist dabei vor allem das Kinderprogramm mit biblischen Geschichten, Singen, Basteln und Spielen beliebt. "Viele sagen, sie kommen nur wegen der Kinder. Dann aber reden wir über Gott und die Welt", sagt der Urlauberseelsorger.

Im Gästebuch bedanken sich viele für gute Gespräche. "Lieber Bernd, wir haben schöne Lieder gesungen", hat eine Tessa mit krakeliger Kinderschrift geschrieben. "Die Leute nehmen das hier nicht als Show wahr, sondern als Kirche", sagt Knobloch. "Ich bin Diakon. Ich sehe mich nicht als Entertainer. Seit rund 13 Jahren arbeitet er im Südseecamp und mit ihm oft auch seine Familie.

"Ob ich mit 60 noch die Power dazu habe, weiß ich nicht", sagt er. Viele Lieder aus dem Kirchenzelt hat er gemeinsam mit seinen Töchtern auch auf CDs eingespielt. Die Hits zigfach zu singen, mache nicht immer Spaß, sagt er: "Wichtig ist aber, dass die Kinder Spaß haben, und man kann sofort erkennen, ob das so ist."

Karen Miether (epd)

Internet: www.kirche-unterwegs-ssc.de, www.tourismus-und-kirche.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b2240/07.08.07)
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