In Afghanistan sind Militärpfarrer besonders gefragt

Nachricht 06. August 2007

Gegenwärtig zwei evangelische und zwei katholische Geistliche im Einsatz

B e r l i n (idea) - Die Evangelische Militärseelsorge ist nicht in die Bemühungen um die Freilassung von Geiseln in Afghanistan eingeschaltet. Dies sei nicht ihr Auftrag, verlautet aus dem Evangelischen Kirchenamt für die Bundeswehr, das seit dem 1. Juli seinen Sitz in Berlin hat. Gegenwärtig befinden sich vier Militärseelsorger in dem Land, zwei evangelische und zwei katholische. Nach dem Rotationsprinzip wechseln die evangelischen und katholischen Pfarrer ihren Standort. Aufgabe der Militärpfarrer ist es, die rund 3000 in Afghanistan stationierten Bundeswehrsoldaten zu begleiten. Für den persönlichen Schutz der grundsätzlich unbewaffneten Militärpfarrer sorgt die Bundeswehr. Allerdings werden die Pfarrer vor ihrer Entsendung mit den Soldaten für ihren Einsatz im Blick auf die Sicherheit ausgebildet. Bislang hat die Evangelische Militärseelsorge, die nach eigenen Angaben mit einem längeren Aufenthalt in Afghanistan rechnet, keine verletzten oder gar getöteten Mitarbeiter zu beklagen. Die evangelischen Militärpfarrer stehen in einem ständigen Kontakt mit dem Berliner Kirchenamt.

Gefragte Gesprächspartner für Soldaten

Die in Afghanistan stationierten Bundeswehrsoldaten haben, das zeigen die Gespräche mit den Militärpfarrern, keine Identitätskrise mit ihrem Einsatz. Denn im halbwegs beruhigten Norden des Landes, wo die Bundeswehr eingesetzt ist, seien große Fortschritte beim Aufbau des Landes zu sehen. Allerdings ließen die immer neuen Anschläge auf die westlichen Truppen auch viele Soldaten an dem Sinn und Erfolg ihres Einsatzes zweifeln. Die Militärpfarrer sind gefragte Gesprächspartner der Soldaten, weil sie keiner militärischen Hierarchie unterliegen. Evangelische Pfarrer, die in den Dienst der Militärseelsorge treten, müssen ihre Bereitschaft für Auslandseinsätze unterschreiben. Nach Auskunft des Kirchenamts für die Bundeswehr gibt es deshalb auch keine Probleme beim Einsatz in Afghanistan. Hervorgehoben wird die gute Vorbereitung auf solche Einsätze durch die Bundeswehr.

6.8.2007

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