Göttinger Moschee wird im September eingeweiht

Nachricht 01. August 2007

Göttingen (epd). Die neue Moschee in Göttingen wird am 15. September offiziell eingeweiht. Der Bau hat rund eine Million Euro gekostet, sagte Ali-Serka Sahbaz von dem islamischen Verband DITIB am Mittwoch. Bei der Einweihung wollen neben hochrangigen Muslimen auch Vertreter der Kirchen und der örtlichen Jüdischen Gemeinde Grußworte sprechen. Auch die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann sei eingeladen worden.

Die Moschee ist nach Angaben der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) "eine der größten in Norddeutschland". Der dreistöckige Bau hat eine Kuppel und zwei Minarette, auf einer Fläche von 400 Quadratmetern gibt es ein Dutzend Räume. Die Kacheln und ein Kronleuchter wurden in der Türkei produziert. Türkische Kalligraphen fertigten die Wand- und Deckenzeichnungen an.

Das Geld für den Bau der Moschee stamme aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen sowie aus dem Verkauf eines alten Gebetsraumes am Rande des Industriegebietes, sagte Sahbaz. Die restliche Bausumme wurde über Kredite finanziert. In Göttingen sind rund 170 Familien Mitglieder von DITIB. Der Verein arbeitet am "Runden Tisch der Religionen Abrahams" mit, der jährlich Friedensgebete veranstaltet.

DITIB will in der Moschee Sprach- und Alphabetisierungskurse, Nachhilfe und Programme zur Drogen-Prävention anbieten. Zu Diskussionen und Gesprächen sollen Lehrer, Theologen und Vertreter der Polizei eingeladen werden. "Unser Angebot richtet sich nicht nur an Muslime", sagte Sahbaz. "Das Haus steht immer allen offen."

Das Bauvorhaben hatte in Göttingen zunächst hohe Wellen geschlagen. Anwohner protestierten mit Unterschriftensammlungen und Leserbriefen, sie befürchteten Parkplatzprobleme oder Lärm. DITIB machte Zugeständnisse bei der Zahl der Parkplätze und der Höhe der Minarette, von denen auch kein Gebetsruf ertönen soll.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2216/01.08.07)
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