"Liturgie per Mausklick" – Gottesdienstliches im www

Nachricht 01. August 2007

Neues Heft aus der Reihe "Arbeitsstelle Gottesdienst" erschienen

Das neue Heft aus der Reihe "Arbeitsstelle Gottesdienst" thematisiert ein noch unbekanntes Feld christlich-religiöser Praxis. Unter der thematischen Überschrift "Liturgie per Mausklick" werden Erkundungen vorgenommen, es werden Projekte vorgestellt und erste experimentelle Anfänge in den Blick genommen. Im Internet gehe es "längst nicht mehr nur um Information über Liturgie, sondern um liturgische Kommunikation im Internet", schreiben die beiden Redakteure des Themenheftes, Tom O. Brok und Lutz Friedrichs.

Nicola Döring, Professorin für Medienkonzeption und Medienpsychologie an der Technischen Universität Ilmenau, fordert auf, Vorurteile gegenüber der Kommunikation im Internet zu hinterfragen und die charakteristischen Möglichkeiten der noch jungen Form der Kommunikation zu erkennen: Im Internet könne die Kirche neue Formen ihrer Arbeit etablieren. Der frühere Leiter der Internetarbeitsstelle im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Tom O. Brok, zieht zusammen mit seinem Nachfolger, Ralf Peter Reimann, "Zwischenbilanz" über bisherige gottesdienstliche und gemeinde-ähnliche Angebote im world wide web. Gemeinsam stellen sie sich der Frage des Kirchseins von Online-Gemeinschaften. Stefan Böntert, katholischer Priester, spricht sich für ein konstruktives Zugehen auf das Internet als neues pastoralliturgisches Handlungsfeld aus. Bernd-Michael Haese, der an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel lehrt, stellt für das Beten die "enorme soziale Integrationskraft" des neuen Mediums fest und geht dabei aber auch auf kritische Aspekte ein. Simone Heidenbrink und Nadja Miczek, beide vom Institut für Religionswissenschaften der Uni Heidelberg, geben Einblicke in die aktuelle religionswissenschaftliche Erforschung christlicher Rituale im Internet. Anna Neuman von der Internetarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland zeigt Wege zu liturgischen Angeboten im deutschsprachigen Internet.

Vorgestellt werden darüber hinaus drei unterschiedliche liturgisch-homiletische Projekte: Thomas Rheindorf fragt nach "Perspektiven für die Webandacht", Ralf Bräuer und Thomas Griffith informieren über den virtuellen Andachtsraum der evangelischen Kirche in Frankfurt am Main und Walter Vogel übernimmt einen kritisch-erhellenden Rückblick auf ein von ihm initiiertes, aber inzwischen beendetes Internet-Gottesdienst-Projekt.

Die beiden Redakteure Brok und Friedrichs sind sich sicher: "Bei all dem wird deutlich, dass die Menschen in einer medienorientierten Gesellschaft leben und dass es heute nicht mehr nur um Informationen über Liturgie, sondern um "Liturgie per Mausklick" als liturgische Kommunikation geht." Für Leserinnen und Leser, die die Welt des Internets noch nicht beherrschen, bietet das Glossar am Ende des aktuellen Heftes "Arbeitsstelle Gottesdienst" Hilfestellung für die neue Sprachwelt, die in diesem Heft liturgisch erkundet wird.

"Arbeitsstelle Gottesdienst" ist eine gottesdienstliche Fachzeitschrift, die seit 2002 in Themenheften erscheint, aber bereits seit 1989 herausgegeben wird. Die Zeitschrift bietet Orientierung und Impulse für den Arbeitsbereich Gottesdienst. Sie erscheint in der Regel drei Mal im Jahr. Herausgegeben wird die Fachzeitschrift von der Gemeinsamen Arbeitsstelle für gottesdienstliche Fragen der EKD (GAGF).

Pressestelle der EKD
Christof Vetter / Julia Schneider

Hinweis:
Die Zeitschrift kann bestellt werden im Kirchenamt der EKD, Herrenhäuser Straße 12, 30419 Hannover, Fax 0511/2796-208 oder Email: gottesdienst@ekd.de. "Arbeitsstelle Gottesdienst" erscheint drei Mal im Jahr und wird kostenlos abgegeben. Es wird jedoch um einen Druckkostenzuschuss in Höhe von 12 Euro im Jahr oder 4,50 Euro pro Heft gebeten.