Diakonie: Land soll Freiwilliges Soziales Jahr fördern

Nachricht 12. Juli 2007

Hannover/Oldenburg (epd). Die Diakonie hat an das Land Niedersachsen appelliert, das Freiwillige Soziale Jahr für junge Erwachsene finanziell zu unterstützen. Niedersachsen sei eines der wenigen Länder, wo dies nicht geschehe, sagte der Sprecher des neuen Zusammenschlusses "Diakonie in Niedersachsen", Wolfgang Bartels aus Oldenburg, am Donnerstag in Hannover. Bislang müssten die Einrichtungen das Freiwillige Soziale Jahr bezahlen. Deshalb sei es mitunter schwierig, eine Einrichtung dafür zu gewinnen.

Beim Freiwilligen Sozialen Jahr arbeiten Jugendliche ein Jahr lang in einer sozialen Einrichtung mit und lernen so die Arbeit mit alten, behinderten oder benachteiligten Menschen kennen. "Landeszuschüsse wären eine Wertschätzung gegenüber den jungen Leuten", sagte Bartels. Die Politiker betonten immer, dass auch junge Menschen Mitverantwortung übernehmen sollten. Nun könnten sie zeigen, dass sie es ernst meinten.

Der Geschäftsführer des Diakonie-Büros in Hannover, Helge Johr, bezeichnete das Freiwillige Soziale Jahr als den Beginn eines langen bürgerschaftlichen Engagements: "Wer sich am Anfang des Erwachsenenlebens engagiert, wird das auch später tun." Die Teilnehmerzahl am Freiwilligen Sozialen Jahr ist nach seinen Angaben in den vergangenen drei Jahren um ein Fünftel gestiegen. In Niedersachsen absolvieren derzeit 448 Jugendliche ein Sozialjahr.

Generell wolle die Diakonie ihre Einrichtungen für junge Menschen stärker öffnen, kündigte Bartels an: "Sie können so an sozialer Kompetenz gewinnen." Die Begegnung mit behinderten oder benachteiligten Menschen könne den Blick dafür öffnen, dass im Leben nicht immer alles glatt laufe. Durch Projekte wie "Sozial dabei" mit rund 60 oder "Szenenwechsel" mit etwa 280 Teilnehmern könnten junge Leute abends und am Wochenende oder am Stück in den Osterferien in die Einrichtungen hineinschnuppern.

Zudem leisteten derzeit 1.116 junge Leute ihren Zivildienst in einer diakonischen Einrichtung in Niedersachsen ab. Der Zusammenschluss "Diakonie in Niedersachsen" war Anfang des Jahres gegründet worden, um die Interessen der Diakonie gegenüber der Politik und anderen Verbänden sowie innerhalb der Kirche zu bündeln und gezielter zu vertreten. Er vereint die Diakonischen Werke der fünf evangelischen Landeskirchen in Niedersachsen und unterhält ein Büro in Hannover. (Kontakt: 0511/3604-244)

(epd Niedersachsen-Bremen/b2026/12.07.07)
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