Uelzen hält Fürbitte für inhaftierten Marco

Nachricht 05. Juli 2007

Uelzen (epd). Menschen aus Uelzen haben am Donnerstagabend in einem Fürbitt-Gottesdienst für den in der Türkei inhaftierten 17-jährigen Marco W. und seine Familie gebetet. "Viele Menschen in unserer Gemeinde und in unserer Stadt kennen Marco gut", sagte Pastorin Susanne Holsing in der St.-Petri-Kirche, in der Marco konfirmiert wurde. Weil die Bürger an seiner Situation Anteil nähmen und mit der Familie mitfühlten, seien sie an diesem Abend in die Kirche gekommen.

Am Freitag muss sich der Schüler aus Uelzen vor einem Gericht in Antalya verantworten. Ihm wird sexueller Missbrauch eines 13-jährigen Mädchens aus England zur Last gelegt. Marco selbst redet von einem Urlaubsflirt und widerspricht der Darstellung des Mädchens. "Eine Einmischung in juristische oder politische Fragen liegt uns allen fern", sagte die Pastorin in der Andacht. Es gehe darum, Fürbitte zu halten.
Marco wisse davon und sei dankbar für die Anteilnahme.

Im Altarraum der Kirche zündeten Besucher Kerzen an und sprachen persönliche Gebete für den Jugendlichen, der seit zwölf Wochen in Haft sitzt. Aufgrund des großen Medieninteresses hatte der Kirchenvorstand der St.-Petri-Gemeinde Bild- und Tonaufnahmen in der Kirche vor und während der Andacht untersagt. Die Andacht solle einen geschützten Rahmen bieten, hieß es.

Die Kollekte in dem Gottesdienst kam Marcos Familie zugute, die derzeit hohe Reise- und Anwaltskosten zu tragen hat. Am frühen Abend engagierten sich auch Mitschüler von Marco für den inhaftierten Jugendlichen. Grund- und Hauptschüler der Sternschule zeigten im Uelzener "Theater an der Ilmenau" eine Benefiz-Vorstellung des Musicals "Ritter Rost im Zirkus".

(epd Niedersachsen-Bremen/b1952/05.07.07)
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