Diakonie Hannover gegen Kürzungen in der sozialen Arbeit

Nachricht 04. Juli 2007

Hannover (epd). Der hannoversche Diakoniepastor Walter Lampe hat gemahnt, die soziale Lage von Menschen am Rande der Gesellschaft nicht aus dem Blick zu verlieren. So sei die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Hannover mit 32.000 bei einer Gesamtbevölkerung von 516.000 unverändert hoch. "Gutes Wirtschaftswachstum hat nicht automatisch eine Verbesserung der sozialen Situation zur Folge", sagte Lampe, der das Diakonische Werk der Stadt leitet, am Mittwoch vor Journalisten.

Der Stadtkirchenverband plant, seine Zuschüsse an die Diakonie um 30 Prozent zu kürzen. Das geht laut Lampe "an die Substanz". Damit wären wichtige Teile der Arbeit nicht mehr existenzfähig. Lampe forderte einen höheren Stellenwert des Sozialen in Stadt und Kirche. Die Diakonie könne politisch Einfluss nehmen, weil sie in ihren Projekten zeige, was sich für Betroffene tun lasse.

Von den Kürzungen sei vor allem die Altenhilfe betroffen, berichtete Lampe. Die Leiterin der offenen Altenarbeit, Jutta Schulte, fürchtet den Wegfall ganzer Arbeitsbereiche. Da die Diakonie nach der Stadt der größte Anbieter sei, hätte dies "gravierende Auswirkungen" auf die gesamte Altenarbeit. Angesichts der demographischen Entwicklung müsse sie eher ausgebaut werden, sagte Schulte. Ein Viertel der hannoverschen Bevölkerung sei über 60 Jahre alt.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1932/04.07.07)
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