Uelzener halten Fürbittgebet für inhaftierten Marco

Nachricht 04. Juli 2007

Uelzen (epd). In einem Fürbittgottesdienst will die Kirchengemeinde des in der Türkei inhaftierten Marco W. in Uelzen am Donnerstag für den 17-Jährigen und seine Familie beten. Einen Tag später muss sich der Uelzener Schüler vor einem Gericht in Antalya verantworten. "Die Umstände übersteigen inzwischen die Kraft der Eltern und lassen niemanden kalt", sagte der Leiter der evangelischen Familienbildungsstätte in Uelzen, Thomas Garbers, am Dienstag dem epd.

Garbers gehört zu denjenigen, die im Gottesdienst Fürbitten vortragen wollen. Marcos Eltern engagierten sich seit Jahren in der Bildungsstätte und der Kirchengemeinde, sagte er. Neben anderen bitte die evangelische Kirche um Unterstützung für das Ehepaar, das auch finanziell in Not geraten sei, sagte Uelzens Propst Wolf von Nordheim. So habe der Kirchenkreisvorstand 1.000 Euro aus dem Diakoniefonds zur Verfügung gestellt.

"Unabhängig von Schuld oder Nichtschuld wird ein junger Mensch in einer Weise behandelt, die wir nicht für angemessen halten", sagte der Propst. Die Situation wäre in Deutschland anders ausgefallen und hätte die Familie nicht in so große Schwierigkeiten gebracht. "Auch hier gäbe es eine Gerichtsverhandlung, aber nicht die Begleitumstände wie Haftbedingungen, die hier einen Aufschrei der Empörung auslösen würden."

Marco sitzt seit rund elf Wochen in einem türkischen Gefängnis in Untersuchungshaft. Ihm wird sexueller Missbrauch eines 13-jährigen Mädchens aus England während des Urlaubs zur Last gelegt. Marco selbst redet von einem Urlaubsflirt und widerspricht der Darstellung des Mädchens. Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens gebe es in Uelzen eine hohe Anteilnahme, sagte Garbers.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1920/03.07.07)
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