Landesbischöfin: Begleitung der Schwachen ist zentrale Aufgabe

Nachricht 30. Juni 2007

Potshausen/Kr. Leer (epd). Die Kirche darf sich nach Ansicht der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann nicht nur nach messbaren Erfolgen ausrichten. Der zentrale Auftrag von Jesus Christus sei, die schwachen und verlorenen Menschen zu begleiten, sagte Käßmann am Mittwoch beim Generalkonvent der Pastorinnen und Pastoren des evangelisch-lutherischen Sprengels Ostfriesland in Potshausen: "Im Moment wollen wir allerdings wohl eher Tauf- und Trauquoten erhöhen, Qualitätsmanagement betreiben und Leuchtfeuer anzünden."

Sie sei durchaus dafür, in der Verkündigung und Diakonie nach einer bestmöglichen Kirche zu streben, sagte die Bischöfin weiter. Dennoch dürfe dabei nie vergessen werden, dass Erfolg im biblischen Sinn wenig messbar sei. "Wenn wir das Leben Jesu unter solchen Kategorien betrachten, war es eine Katastrophe: schwieriger Start, kurzer Höhenflug, schreckliches Ende - ineffizient", sagte Käßmann. Durch seine Auferstehung mache er jedoch Hoffnung auf ein Leben über die irdische Welt hinaus.

Jesus habe besonders die Bedürftigen immer wieder von Zerstörung, Kummer, Schuld und Verletzungen geheilt. Deshalb fühlten sich die Menschen bis heute auch dann gehalten, wenn sie scheiterten und nicht perfekt seien, sagte Käßmann: "So finden wir den Mut, uns einzumischen in die Gesellschaft und für die Würde derer zu streiten, die kein Ansehen haben, die Alten und Demenzkranken, die in den Gefängnissen und die Aids-Kranken."

(epd Niedersachsen-Bremen/b1827/27.06.07)
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