Landesbischöfin setzt auf freiwilligen Einsatz in der Kirche

Nachricht 29. Juni 2007

Einbeck (epd). Landesbischöfin Margot Käßmann hat sich für noch mehr freiwilligen Einsatz in Kirche und Gesellschaft ausgesprochen. "Ohne freiwilliges Engagement kann unsere Kirche nicht bestehen, auch nicht zukunftsfähig sein", sagte Käßmann laut Redemanuskript am Freitagabend beim "Fest der Ehrenamtlichen" im Kirchenkreis Leine-Solling. An der Veranstaltung in der Einbecker Münster-Kirche nahmen rund 1.000 Menschen teil.

Eine freiheitliche Gesellschaft lebe vom freiwilligen Mitmachen der Bürgerinnen und Bürger, sagte Käßmann. Menschen entschieden durch ihr freiwilliges Mitmachen, ob etwas richtig und unterstützenswert sei oder nicht. Das gelte auch für die Kirche. Sie werde "immer wieder dafür werben müssen, dass Menschen sie freiwillig mitgestalten, tragen und auch finanzieren." Die Bischöfin sprach sich auch dafür aus, dass die Kirche Freiwilligenbörsen einrichtet.

Von den etwa acht Millionen Menschen, die sich in Deutschland als Freiwillige engagierten, sei die Hälfte im Umfeld der christlichen Kirchen aktiv, betonte Käßmann. "Das ist ein ungeheurer Schatz an Kompetenz und Erfahrung." Auch das Freiwillige Soziale Jahr zeige, "dass all das Gerede über eine unmotivierte Jugend, die sich nicht engagiert, unzutreffend ist".

Pflichtdiensten erteilte die Bischöfin jedoch eine Absage. Diese halte sie für einen Irrweg: Pflegebedürftigen, Behinderten und Dienstleistern seien keine Zwangsverpflichteten zuzumuten, die ohne jede innere Bereitschaft diesen Dienst täten.

(epdNiedersachsen-Bremen/b1871/29.06.07)
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