Gotische Kirche weiht nach 62 Jahren neue Turmspitze ein

Nachricht 27. Juni 2007

Hildesheim (epd). 62 Jahre nach Kriegsende weiht die Hildesheimer evangelische St.-Lamberti-Kirche am Sonnabend ihre neue Turmspitze ein. Die spätgotische Kirche am Rand der Innenstadt hatte in den vergangenen Wochen einen 67 Meter hohen Turmhelm erhalten. Handwerker stellten zuletzt das kupferne Dach fertig und montierten eine Turmuhr mit drei Zifferblättern, sagte Pastor Harm-Dietrich Henke dem epd. Zuvor hatten sie den Dachstuhl nach historischem Vorbild aus 100 Kubikmetern Fichtenholz-Balken zusammengezimmert.

Die Turmspitze ist mit einer vergoldeten Kugel und einem Kreuz bekrönt. Zu einem Dankgottesdienst am 30. Juni um 12 Uhr wird Landessuperintendent Eckhard Gorka erwartet. Danach feiert die Gemeinde das ganze Wochenende über ein großes Fest mit Gospel, Jazz und Kaffeestube. Zudem wird in der Kirche auch eine Hochzeit gefeiert. Die 1488 eingeweihte St.-Lamberti-Kirche wurde wie die gesamte Hildesheimer Innenstadt beim schweren Bombenangriff am 22. März 1945 zerstört. Der offene Turmschaft war seit dem Wiederaufbau 1952 mit einem Notdach verschlossen.

Das rund 800.000 Euro teure Projekt wird zum größten Teil aus Spenden und Stiftungsgeldern finanziert. Ein Turmbauverein hat in den vergangenen elf Jahren rund 680.000 Euro gesammelt, darunter Spenden von rund einer halben Million. "Das ist ein unglaubliches Glücksgefühl wie Ostern und Weihnachten zusammen", sagte Henke. Er ist seit 23 Jahren Pastor an St. Lamberti und hat lange für das Projekt gekämpft.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1811/27.06.07)
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