Bischöfe verurteilen rechtsextreme Ausschreitungen

Nachricht 21. Juni 2007

Magdeburg/Braunschweig (epd). In einem gemeinsamen Bischofswort haben die evangelischen Kirchen in Sachsen-Anhalt und die römisch-katholische Kirche rechtsextreme Gewalt und Intoleranz verurteilt. Sie appellieren an die Bevölkerung, nicht wegzuschauen und eine "Kultur der Aufmerksamkeit" zu entwickeln. Unterzeichner sind der evangelische und der katholische Bischof in Magdeburg, Axel Noack und Gerhard Feige, der Dessauer Kirchenpräsident Helge Klassohn und der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber, zu dessen Landeskirche mehrere Gemeinden in Sachsen-Anhalt gehören.

Die leitenden Theologen äußern sich "besorgt über die Situation". Vor einem Jahr hätten Rechtsextremisten in Pretzien bei Magdeburg eine Ausgabe des "Tagebuches der Anne Frank" verbrannt. Weitere Übergriffe habe es an unterschiedlichen Orten in Sachsen-Anhalt gegeben, zuletzt auf erschreckende Weise in Halberstadt. Rohheit, fehlende Achtung vor den Menschen, Intoleranz und Gewalt seien nicht vereinbar mit der Botschaft des christlichen Glaubens und den grundlegenden Werten des Zusammenlebens, heißt es in dem "Gemeinsamen Wort".

Die Gemeinschaft brauche Menschen, die Verantwortung übernähmen. Ohne glaubwürdige Vorbilder laufe die Suche vieler Jugendlicher nach Orientierung und Zukunft ins Leere.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1773/21.06.07)
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