Lüneburg wird größter Kirchensprengel der Landeskirche

Nachricht 21. Juni 2007

Lüneburg (epd). Der Sprengel Lüneburg wird durch die Reform der Kirchenregionen am 1. Juli zum größten Bezirk in der hannoverschen Landeskirche. Zu den bisher zehn Kirchenkreisen des Sprengels kommen Wolfsburg und Gifhorn hinzu. Damit umfasse der Amtsbereich von Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen (Lüneburg) das größte Gebiet und die höchste Mitgliederzahl unter den künftig sechs Sprengeln zwischen Nordsee, Harz und Heide, sagte ein Sprecher am Donnerstag. In rund 240 Gemeinden lebten dort gut 650.000 Kirchenmitglieder.

Die hannoversche Landessynode hatte Ende 2006 beschlossen, die Sprengel in der Landeskirche von acht auf sechs zu reduzieren. Dabei werden unter anderem die Sprengel Göttingen und Hildesheim zusammengelegt, und der Sprengel Calenberg-Hoya wird aufgehoben. Die Kirchenkreise Wolfsburg und Gifhorn wechseln von Hildesheim in den Sprengel Lüneburg. Die Sprengel werden als geistliche Aufsichtsbezirke von den Landessuperintendenten geleitet.

Jantzen will zu ersten offiziellen Besuchen am 4. Juli nach Gifhorn sowie am 17. und 18. Juli nach Wolfsburg reisen, um mit Pastorinnen und Pastoren, Mitarbeitenden und Leitungsgremien der Kirche zu sprechen. Er freue sich auf die Zusammenarbeit, sagte er. "Mit Wolfsburg kommt der größte Industriestandort Niedersachsens in meinen Sprengel." Er sei besonders auf Kontakte zum VW-Werk gespannt. Am Kirchenkreis Gifhorn reizten ihn die ländliche Prägung und Kontakte zu russlanddeutschen Brüdergemeinden und Gemeinschaftsverbänden in der Region. (epd Niedersachsen-Bremen/b1763/21.06.07)


Das aktuelle Stichwort: Sprengel der Landeskirche

Hannover (epd). Die Landeskirche Hannover mit ihren rund drei Millionen Mitgliedern ist in acht Kirchenbezirke, so genannte Sprengel, aufgeteilt. Das Wort "Sprengel" kommt aus der Zeit, als Bischöfe in ihrem Kirchenbezirk das Recht zur Segnung durch "Sprengen" mit Weihwasser hatten.

Die Sprengel sind mit einem Regierungsbezirk vergleichbar und in Kirchenkreise unterteilt, die sich wiederum aus den Kirchengemeinden zusammensetzen. An der Spitze eines Sprengels stehen die Landessuperintendenten. Sie vertreten die Landesbischöfin, ordinieren die Pastoren, weihen Kirchen ein und nehmen in "Visitationen" die dienstrechtliche Aufsicht wahr.

Die acht bisherigen Sprengel der hannoverschen Landeskirche haben nach Angaben des Landeskirchenamtes Hannover zurzeit folgende Mitgliederzahlen (Stand Januar 2006): Calenberg-Hoya 282.800, Hannover 480.000, Hildesheim 347.100, Göttingen 283.900, Lüneburg 524.400, Stade 560.600, Osnabrück 310.500 und Ostfriesland 272.800.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1764/21.06.2007)


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