Seemannsmission bittet um Hilfe für russischen Seemann

Nachricht 21. Juni 2007

Emden (epd). Die ostfriesische Seemannsmission und die Emder Kirchen bitten um Spenden für einen verunglückten russischen Seemann und seine Familie. Der zweite Offizier Roman Paschenkow vom russischen Frachter "Forest 1" war vor fünf Wochen bei einem Unfall während einer Rettungsübung im Emder Hafen auf den Grund gesunken, sagte Seemannspastor Meenke Sandersfeld am Donnerstag vor Journalisten. Erst nach einer dreiviertel Stunde habe der 37-Jährige aus dem Wasser geborgen werden können. Seit dem liegt er im Wachkoma im Emder Klinikum.

Die Ehefrau des Verunglückten sei aus St. Petersburg nach Emden gekommen, sagte Sandersfeld. Normalerweise würden die Eigner den Verunglückten und ihren Familien sofort helfen. Doch in diesem Fall sitze der Reeder auf der Halbinsel Kamtschatka an der russischen Pazifikküste und sei praktisch nicht zu erreichen. Außerdem habe der Eigner seinen Leuten seit einem viertel Jahr keine Heuer mehr gezahlt. "Jährlich laufen 1.600 Schiffe den Emder Hafen an", sagte der Seemannspastor. "Aber so etwas hat hier noch nicht gegeben."

"Die Ehefrau Natalia ist nun völlig mittellos", berichtete die Krankenschwester der Intensivstation, Marina Sik. Um zu ihrem Mann nach Emden zu kommen, habe die Frau hohe Schulden machen müssen. Sik kümmert sich ehrenamtlich um die Frau und ist zur gesetzlichen Betreuerin des Verunglückten bestellt worden. Die acht-ährige Tochter Polina lebe derzeit bei den Großeltern.

Um das Visum, die Flugkosten, die Krankenversicherung und den Lebensunterhalt für die Ehefrau zu bestreiten, hätten die reformierten, lutherischen und katholischen Kirchengemeinden in Emden bereits Kollekten gesammelt, sagte die evangelisch-reformierte Pastorin Etta Züchner. Doch das Geld reiche nicht aus. Außerdem müssten Anwälte bezahlt werden, um die rechtlichen Ansprüche an den Eigner in Kamtschatka durchzusetzen. Noch sei nicht absehbar, wann Paschenkow wieder aus dem Koma erwache und welche Folgen der Unfall hinterlasse.

Auch das Emder Klinikum unterstütze die Familie, sagte Heino Geerken von der Pflegedirektion. Frau Paschenkow wohne im Schwesternwohnheim des Krankenhauses. "Die Spenden sollen keinesfalls zur Deckung der Behandlungskosten oder anderer Dinge an die Klinik gehen", betonte er: "Wir haben hier eine humanitäre Katastrophe, die uns allen nahe geht. Wir wollen der Familie helfen."

Spenden können auf die Sonderkonten der Evangelischen Ostfriesischen Seemannsmission eingezahlt werden: Commerzbank Emden (Konto 492 896 601, BLZ 284 400 37), Ostfriesische Volksbank (Konto 400 73 73 400, BLZ 285 900 75) und Sparkasse Emden (Konto 21 444, Bankleitzahl 284 500 00).

Internet: www.seemannsmission.org

(epd Niedersachsen-Bremen/b1768/21.06.07)
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