Diakonie und "Spenden-TÜV" warnen vor unseriösen Briefen

Nachricht 14. Juni 2007

Hannover/Berlin (epd). Spenden-Experten und die hannoversche Diakonie haben vor unseriösen Spendenbriefen des Vereins "Welt Kinder Fonds" gewarnt. Das als "Spenden-TÜV" bekannte Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen habe den Verein wiederholt vergeblich um aussagekräftige Informationen gebeten, sagte der Geschäftsführer des Instituts, Burkhard Wilke, am Donnerstag dem epd. In Rheinland-Pfalz sei bereits ein Sammlungsverbot an den Verein ergangen.

Der Verein agiere bundesweit auch unter den Namen "World Children's Fund Deutschland e.V." und "Medical Mission International e.V." sagte Wilke. Die Vereine verschickten die unseriösen Spendenbriefe in einer Millionenauflage. Das DZI kritisiert die besonders drängende Werbung des Vereins. Nach Recherchen der rheinland-pfälzischen Sammlungsaufsicht verwendet der Verein die Spenden in erster Linie für Werbung.

Zudem bestehen Wilke zufolge Zweifel an der zweckentsprechenden Verwendung der Spenden. Das Geld werde nicht direkt an wohltätige Projekte weitergeleitet, sondern einer in der Schweiz ansässigen Stiftung "geschenkt". Nach Kenntnissen des Zentralinstituts hat das Finanzamt deshalb dem "Welt Kinder Fonds" bereits 1996 die Gemeinnützigkeit aberkannt.

Gerade im Anschluss an den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln und den G-8-Gipfel in Heiligendamm sei vermehrt mit Spendenbitten zu rechnen, sagte der "Brot-für-die-Welt"-Referent der hannoverschen Landeskirche, Uwe Becker. Traditionell gebe es zur Adventszeit und zur Jahrsmitte, wenn das Urlaubsgeld ausgezahlt werde, die meisten Spendenbitten. Wer spenden wolle, solle unbedingt auf das Spendensiegel des Zentralinstituts achten oder sich an eine landeskirchliche Einrichtung wie die Diakonie wenden.

Internet: www.dzi.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b1672/14.06.07)
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