Bad Nenndorf macht gegen Neonazi-Aufmarsch mobil

Nachricht 12. Juni 2007

Bad Nenndorf (epd). Mit einer Veranstaltungsreihe will ein Bündnis gegen den Rechtsextremismus in Bad Nenndorf gegen einen geplanten Neonazi-Aufmarsch protestieren. Die Rechtsextremen hätten in der Kurstadt bei Hannover für den 28. Juli eine Demonstration angemeldet, teilte das Bündnis "Bad Nenndorf ist bunt" am Dienstag mit. Die Rechtsextremisten wollten das "Wincklerbad" in der Stadt zu einer Art Wallfahrtsstätte machen, hieß es. Dorf befand sich von 1945 bis 1947 ein britisches Internierungslager und Verhörzentrum.

Im Wincklerbad wurde den Angaben zufolge in den Nachkriegsjahren auch gefoltert. "Diese Tatsache wollen sich die Neonazis zunutze machen, um die nationalsozialistischen Verbrechen herunterzuspielen und vergessen zu machen", erklärte das Bündnis. Die Veranstaltungen beginnen an diesem Freitag mit einem Rockkonzert im Jugendzentrum der Stadt. Ein Historiker berichtet am 3. Juli über die Verhörpraktiken im Wincklerbad.

Ein antifaschistischer Filmabend, Vorträge und ein Projekttag für Schüler gehören zum weiteren Programm. Höhepunkt soll ein Kulturfest am 7. Juli sein. An der Veranstaltungsreihe beteiligen sich Schulen, Gewerkschaften und Parteien, die evangelische Kirche, die jüdische Gemeinde, die Arbeiterwohlfahrt und die Freidrich-Ebert-Stiftung.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1627/12.06.07)
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