Arbeitgeber und ver.di begrüßen Schlichtung bei Diakonie

Nachricht 11. Juni 2007

Hannover (epd). Die Gewerkschaft ver.di und die Arbeitgeber haben die Tarifeinigung für die rund 30.000 Beschäftigten in der niedersächsischen Diakonie begrüßt. "Wer sich bewegt, kann etwas erreichen", sagte Joachim Lüddecke von ver.di am Montag in Hannover. Pastor Andreas Seifert von der Arbeitgeberseite sagte, für manche der insgesamt 125 Einrichtungen sei das Ergebnis schwer zu verkraften. Aber man müsse auch darauf achten, dass die Sozialberufe tariflich nicht zu sehr von der allgemeinen Entwicklung abgehängt würden.

Die Arbeitnehmer hatten 3,8 Prozent mehr Gehalt gefordert. Die Einigung sieht vor, dass die Bezüge der Mitarbeiter in zwei Schritten um drei Prozent erhöht werden: am 1. Juli um 2,5 Prozent und am 1. Januar 2008 um weitere 0,5 Prozent. Hinzu kommen Einmalzahlungen für die erste Jahreshälfte 2007 und im April 2008. Die Bezahlung der Ärzte in evangelischen Krankenhäusern soll auf das Niveau des Tarifvertrages für die kommunalen Krankenhäuser angehoben werden.

Seifert verwies als Vorsitzender des Diakonischen Dienstgeberverbandes Niedersachen auf die Tarif-Bestimmung, das Weihnachtsgeld teilweise vom Betriebsergebnis abhängig zu machen. Er hoffe, dass sein Verband am Dienstag dem Ergebnis zustimmen werde. Lüddecke von ver.di hob die zahlreichen Aktionen hervor, mit denen die Arbeitnehmer für ihre Forderung gekämpft hätten.

Der Schlichter Heinrich Kiel, Vizepräsident des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen, hatte nach der Einigung am Wochenende betont, die "eigenständige Arbeitsrechtssetzung der Diakonie" habe sich bewährt. Jetzt müssen noch die beteiligten Verbände über ihre Zustimmung entscheiden. In der evangelischen Diakonie werden die Tarife in einer mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern paritätisch besetzten Arbeitsrechtlichen Kommission ausgehandelt.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1607/11.06.07)
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