Neuer Pilgerweg entsteht in der Lüneburger Heide

Nachricht 09. Juni 2007

Soltau/Hittfeld (epd). Mit einem Pilgerwochenende vom 29. Juni bis zum 1. Juli soll in der Lüneburger Heide ein neuer "Jakobusweg" eröffnet werden. Die Strecke nimmt nach Angaben von Initiator Frank Farthmann aus Soltau eine alte Pilgerroute durch das norddeutsche Gebiet auf, die Menschen seit dem 9. Jahrhundert auf meditativen Wanderungen zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien zurückgelegt haben.

Insgesamt 200 Kilometer ist die Strecke lang. Rund die Hälfte des Weges folge historischen Pfaden, sagte Farthmann. Er habe sie unter anderem an Hand von Wagenspuren, alten Brücken und Pilgerzeichen in Kirchen ausfindig gemacht. Das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela entwickelte sich im Mittelalter neben Rom und Jerusalem zu einem Hauptziel der christlichen Pilgerfahrt. Im Mittelalter benutzten Pilger das bestehende Straßensystem. Sie bevorzugten Handelswege, an denen Klöster, Hospitäler und Herbergen die Versorgung gewährleisten.

Ein erster Abschnitt des neuen Weges durch die Heide von rund 70 Kilometern werde in der kommenden Woche ausgeschildert, sagte Farthmann. Diese Etappe führt von Wolterdingen bei Soltau bis nach Hittfeld in der Nordheide und in Richtung Lüneburg über eine Abzweigung nach Egestorf. Der Pilgerweg wird laut Farthmann von der Europäischen Union sowie vom Verein Naturschutzpark finanziell unterstützt. Im Süden soll er weiter bis nach Loccum reichen und dort an bestehende Pilgerwege anknüpfen.

Der Weg wird am 29. Juni in einem Gottesdienst in der Hittfelder St.-Mauritius-Kirche von Superintendent Christoph Künkel eröffnet. Im Anschluss und an den kommenden Tagen werden nach den Worten Farthmanns erste Etappen gewandert und dabei geweiht. Ein Künstler habe zwei hölzerne Weihekreuze entworfen. "Die werden von den Pilgern vorangetragen."

(epd Niedersachsen-Bremen/b1587/08.06.07)
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