Hilfen der Diakonie in Bremerhaven gefragter denn je

Nachricht 09. Juni 2007

Bremerhaven (epd). 60 Jahre nach seiner Gründung sind die Hilfen und Dienste des Diakonischen Werkes in Bremerhaven gefragter denn je. Bei der Diakonie werde "nicht ab-, sondern aufgebaut", sagte Geschäftsführer Eberhard Muras am Freitag vor Journalisten. Bremerhaven leidet unter einer hohen Arbeitslosigkeit und ist nach offiziellen Angaben die deutsche Stadt mit der höchsten Kinderarmut. Lange Wartelisten gibt es Muras zufolge in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Die Wartezeit betrage sechs bis acht Monate, sagte Muras und betonte: "Das müssen wir dringend ändern." Zum Diakonischen Werk, das am 12. Juni 1947 als Stadtverband der Inneren Mission gegründet wurde, gehören heute neben der Zentrale neun Einrichtungen mit zusammen rund 500 Beschäftigten. Darunter sind Kindertagesstätten, Altenpflegeheime, eine Diakonie-Sozialstation, die örtliche Bahnhofsmission sowie Hilfen für behinderte, psychisch kranke, straffällige und obdachlose Menschen.

Schwerpunkt der laufenden Arbeit ist das Elisabeth-Pflegeheim, das nach Informationen von Muras mit Investitionen in Höhe von rund 9,4 Millionen Euro erneuert und erweitert wird. Grundsätzlich würden jedoch in Bremerhaven die ambulanten Hilfen mit Vorrang weiter entwickelt, betonte der Geschäftsführer. So gehöre die Sozialstation mit täglich bis zu 700 Patienten und rund 150 Beschäftigten zu den größten ambulanten Pflegediensten in Bremerhaven.

Projekte wie der zusammen mit der Inneren Mission Bremen und dem Deutschen Roten Kreuz geplante Aufbau einer ambulanten psychiatrischen Pflege zeigten den Trend zur stärkeren Zusammenarbeit. Kritik übte Muras an der Politik der Kostenträger: "Die Pflegekassen drangsalieren uns und wollen weniger zahlen." Superintendentin Susanne Wendorf-von Blumröder ergänzte, der Kostendruck durch die wachsende Konkurrenz privater Anbieter erschwere im Wettbewerb die Vergütung des Personals, das bei der Diakonie in Bremerhaven nach Tarif bezahlt werde.

Das 60-jährige Bestehen soll am Dienstag, dem 12. Juni, ab 19 Uhr mit einem öffentlichen Festakt in der evangelischen Pauluskirche (Hafenstraße 144) gefeiert werden. Der Abend steht unter dem Motto "Diakonie auf gutem Grund - Zwischen Auftrag und Wirtschaftlichkeit". Vom 2. bis 9. September ist eine "Woche der Diakonie" geplant, zu der auch ein Fachtag unter dem Titel "Gepflegt alt werden" gehört.

Internet: www.diakonie-bremerhaven.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b1593/08.06.07)
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