Landesbischöfin weiht Palliativstation in Hannover ein

Nachricht 04. Juni 2007

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat mehr Begleitung Leidender und Sterbender durch Palliativmedizin und Hospize gefordert. "Palliativmedizin ist keine Kür für unser Gesundheitssystem, sondern Pflicht", sagte sie am Montag in Hannover. Dort weihte das Diakoniekrankenhaus Friederikenstift eine Palliativstation als Teil eines Palliativzentrums ein. Der Umbau der Station hat nach Angaben des evangelischen Krankenhauses 1,6 Millionen Euro gekostet. Sie biete in wohnlicher Atmosphäre Platz für acht Patienten sowie Angehörige.

Zum gesamten Palliativzentrum gehören auch ambulante Pflegedienste, das Uhlhorn-Hospiz und ärztliche Beratung, Fort- und Weiterbildung. Zur Einrichtung der Station trugen neben dem Land mit 1,1 Millionen Euro und dem Friederikenstift mit 500.000 Euro auch zahlreiche Spender bei. "Hier haben sich viele Menschen eingesetzt, um dort, wo Heilung nicht mehr möglich ist, Leiden so weit wie möglich einzugrenzen", sagte die Bischöfin. Der laufende Betrieb wird nach Angaben des Stifts weiterhin auf Spenden angewiesen sein.

Käßmann begrüßte es, dass die Bundesregierung die ambulante Palliativversorgung von den Krankenkassen finanzieren lassen wolle. Doch auch die stationäre Versorgung müsse stabil finanziert werden. Außerdem müsse die fachliche Sterbebegleitung in die Ausbildung von Ärzten und Pflegepersonal aufgenommen werden. Gegen die Angst vor dem Sterben und den Wunsch nach Tötung auf Verlangen setzten die Kirchen ihre Auferstehungshoffnung und ihre Hilfen, um auch im Sterbeprozess die Würde des Menschen zu wahren, sagte Käßmann.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1523/04.06.07)
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