Diakonie Himmelsthür künftig mit neuer Dachmarke

Nachricht 01. Juni 2007

Hildesheim (epd). Die Diakonie Himmelsthür mit Hauptsitz in Hildesheim will sich in Zukunft als niedersachsenweiter Unternehmensverbund präsentieren. "Unsere Einrichtung hat sich stark ausdifferenziert", sagte Direktor Ulrich Stoebe am Donnerstag vor Journalisten in Hannover bei der Vorstellung eines neuen Logos. In den vergangenen Jahren seien sechs eigenständige Tochter-Unternehmen gegründet worden, zwei davon Anfang 2007. Insgesamt sei die Einrichtung für geistig behinderte Menschen an 17 Standorten in ganz Niedersachsen vertreten.

Himmelsthür ist mit rund 2.000 Bewohnern und ebenso vielen Mitarbeitern landesweit die größte Einrichtung für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Neue Tochter-Unternehmen kümmern sich unter anderem um Catering und Berufsbildung oder fungieren als Träger für Wohnheime. Zudem besteht seit mehr als 20 Jahren eine eigenständige Gemeinschaftswäscherei, in der zu 40 Prozent schwerbehinderte Menschen arbeiten. Der gesamte Verbund macht Stoebe zufolge einen Umsatz von jährlich rund 100 Millionen Euro.

Die neue Dachmarke solle sichtbar machen, dass alle Arbeitszweige zusammengehörten, sagte Stoebe: "Alle sind aufeinander bezogen." Himmelsthür wolle behinderten Menschen auf diese Weise ein umfassendes Angebot machen: "Wenn beispielsweise ein junger Mensch aus der Schule entlassen wird, können wir seine Entwicklung über verschiedene Stationen begleiten."

Größter der 17 Standorte des Unternehmens ist laut Stoebe die Zentrale in Hildesheim-Sorsum mit rund 550 Wohnplätzen. Danach folgen Wildeshausen mit 400 und Bad Pyrmont mit 144 Plätzen. Auch in Uelzen, Gifhorn, Nienburg und Wietze bei Celle ist Himmelsthür vertreten. Elf Häuser liegen im südlichen Niedersachsen zwischen Alfeld und Springe. Den behinderten Bewohnern bietet Himmelsthür Schulen, Förderprogramme und Werkstätten an. Vereinzelt nehmen auch Behinderte von außerhalb an diesen Angeboten teil.

Die wirtschaftliche Lage des Gesamtunternehmens habe sich nach einer Krise vor vier Jahren stabilisiert, sagte der kaufmännische Direktor Rolf-Dieter Strudthoff: "Unser Fundament ist inzwischen äußerst tragfähig." Die Mitarbeiter hätten in den vergangenen Jahren freiwillig auf Gehaltsanteile verzichtet und so ihren Beitrag dazu geleistet. Inzwischen hätten die Beschäftigten eine Sanierungsvereinbarung unterzeichnet, nach der sie an möglichen Überschüssen beteiligt werden. Die evangelische Einrichtung wurde 1884 im Hildesheimer Stadtteil Himmelsthür gegründet.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1489/31.05.07)
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