Auf einen Blick (1.6.)

Nachricht 01. Juni 2007

Christenrat: Evangelische Kirche in China wächst rasant

Hannover (epd). Die evangelische Kirche in China wächst nach Darstellung des Chinesischen Christenrates rasant. Unter den rund 1,3 Milliarden Chinesen seien inzwischen rund 16 Millionen regelmäßige Besucher protestantischer Gottesdienste, berichtete die Vorsitzende des Christenrates, Pastorin Cao Shengjie, am Freitag in Hannover vor Journalisten. Vor rund 50 Jahren habe es nur etwa 700.000 Christen gegeben. Cao ist derzeit anlässlich des Kirchentages in Köln mit einer Delegation chinesischer Christen zu Besuch bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

"Von allen Hauptreligionen wachsen wir am schnellsten", sagte Cao. Von 1980 bis 2006 habe die protestantische Kirche in China rund 43 Millionen Bibeln verteilt. Die Kirche verfüge inzwischen über 18 Theologische Seminare und rund 3.000 ordinierte Geistliche, unter ihnen ein Drittel Frauen. Die Religionsfreiheit in China habe sich in den vergangenen Jahren spürbar verbessert. Die Behörden in dem von Kommunismus geprägten Land seien inzwischen wesentlich besser über die Religionen informiert. Allerdings gebe in einzelnen Fällen Konflikte mit dem Staat.

So sei ein Christ bestraft worden, weil er auf einem privaten Grundstück eine Kirche errichtet habe, obwohl die Behörden dies untersagt hätten. In einem anderen Fall sei einem Protestanten vorgeworfen worden, er habe Pässe gefälscht, um zu einer kirchlichen Zusammenkunft zu reisen. In einem dritten Fall habe ein Lehrer an seiner Schule Probleme bekommen, weil er sich zum Christentum bekannt habe.

Cao zufolge legt der Staat großen Wert darauf, dass religiöse Räume registriert sind. Die protestantische Kirche ermutige ihre Mitglieder daher zu diesem Schritt. Gleichwohl gebe es zu wenig Kirchen, so dass sich Christen oft in Hauskreisen versammelten, berichtete Pastor Gao Feng. Nach Angaben Caos unterstützt die Kirche das von der chinesischen Regierung proklamierte Ziel einer "harmonischen Gesellschaft". Sie versuche, zum Aufbau des Landes beizutragen. Die Zahl der Katholiken in China bezifferte sie auf rund fünf Millionen.

Der EKD-Auslandsbischof Martin Schindehütte berichtete, die Beziehungen der EKD zu den chinesischen Protestanten hätten sich "hocherfreulich" entwickelt: "Wir hatten noch nie eine so hochrangige Delegation bei uns zu Gast." Beim Kirchentag vom 6. bis 10. Juni in Köln will die achtköpfige Delegation mit einer Ausstellung über die Bibelverbreitung in China informieren. Inzwischen gebe es 76 Verteilzentren im ganzen Land, sagte Cao.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1511/01.06.07)
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Bischof Weber: Christenverfolgung muss Thema der Politik werden

Goslar (epd). Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber hat sich besorgt über die Verfolgung von Christen in Staaten wie Pakistan, Indien, Nigeria und der Türkei geäussert und "öffentlichen Protest" gefordert. Weltweit wachse die Verfolgung, sagte Weber am Freitag in Goslar vor der Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Zu Recht werde gefragt, ob die Anschlags-und Mordopfer auch an der Gleichgültigkeit des Westens leiden und sterben.

Bei der Türkei stelle sich die Frage der Europafähigkeit, meinte der evangelische Bischof, der seit kurzem auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) ist. "Religiöse Verfolgungen müssen ein Thema der Politik werden", forderte Weber. Das gelte auch im eigenen Land. Der Landesbischof sprach sich dafür aus, religiöse Verfolgung als Asylgrund zu akzeptieren.

In seinem Bischofsbericht kritisierte Weber auch, dass Christen, die als Flüchtlinge in Deutschland leben, Schwierigkeiten hätten, den Gottesdienst ihrer Kirchen zu besuchen. Das Ausländerrecht verbiete ihnen, ihren Aufenthaltsort zu verlassen. Neben vielen Migrantengemeinden seien davon auch Kirchen der ACK betroffen. Die ACK habe im März Vertreter der Bundestagsparteien auf dieses Probleme hingewiesen. Auch für die braunschweigische Kirche bleibe es eine Verpflichtung, vor Ort auf diese Problematik zu achten und falls nötig zu intervenieren.

Scharf verurteilte der Landesbischof die holländische Fernsehshow zur Organspende. Sie sei ein unerträglicher Gladiatorenkampf um eine Spenderniere, verletze die Menschenwürde und greife "die niedrigsten Beweggründe des Menschen" auf.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1509/01.06.07)
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Braunschweigische Kirche findet Kompromiss bei zentraler Verwaltung

Goslar (epd). In der Debatte um die umstrittene Verwaltungsreform der braunschweigischen Landeskirche hat sich am Freitag ein Kompromiss abgezeichnet. Die Kirchenregierung ging auf Vorschläge der Kritiker ein und legte der in Goslar tagenden Landessynode einen geänderten Gesetzesentwurf vor. Danach bleibt es bei der geplanten Einrichtung einer zentralen Verwaltung, diese wird aber nicht als "unselbstständige" Einrichtung bezeichnet.

Gemeinden und Propsteien hatten befürchtet, Kompetenzen an das Landeskirchenamt abgeben zu müssen. Der neue Gesetzestext geht von einem Anschluss aller Kirchengemeinden an die zentrale Verwaltungsstelle aus. Landesbischof Friedrich Weber sagte jedoch zu, Übergangsfristen zu ermöglichen und Sonderfälle zu berücksichtigen. Der neue Text sieht außerdem vor, dass alle 13 Propsteien im Verwaltungsausschuss vertreten sind.

Der Verwaltungsausschuss erhält auch das Recht, den Leiter der zentralen Verwaltung zu wählen und die Fachaufsicht auszuüben. Der modifizierte Gesetzentwurf wurde nach kurzer Beratung am Freitagnachmittag in erster Lesung angenommen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1518/01.06.07)
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Evangelische Talkshow "Tacheles" mit neuer Moderatorin

Hamburg/Hannover (epd). Die evangelische Talkshow "Tacheles" wird von Herbst an von der Journalistin Ursula Ott (43) moderiert. Die auf dem Dokumentationskanal "Phoenix" ausgestrahlte Sendung werde sich in den kommenden zwei Jahren mit den zehn Geboten und ihrer Bedeutung für das heutige Leben beschäftigen, teilte der Rundfunkbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bernd Merz, am Donnerstag in Hamburg mit.

"Tacheles" werde ab Herbst mit einem neuen Konzept auf Sendung gehen, kündigte Merz an. Die Talkshow werde künftig aus wechselnden Kirchen gesendet. Bisher war sie regelmäßig in der Marktkirche in Hannover aufgezeichnet worden.

Ursula Ott werde in den nächsten zwölf Ausgaben mit Gästen erörtern, warum die zehn Gebote noch heute aktuell seien, hieß es. Zum Disput über die christliche Werteordnung und das Für und Wider der Gebote werde sie jeweils einen Bischof oder Kirchenpräsidenten einladen. Weitere Gäste sollen aus Wirtschaft und Kultur, Politik und dem öffentlichem Leben kommen.

Ott ist stellvertretende Chefredakteurin des evangelischen Monatsmagazins "Chrismon". Sie ist zugleich Autorin der Frauenzeitschrift "Brigitte" und anderer Zeitungen. "Tacheles" wurde von dem Medienberater Jürgen Koerth überarbeitet. Die Talkshow dauert 60 Minuten. Sie ist sechs Mal im Jahr zu sehen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1496/31.05.07)
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Diakonie in Stadt und Landkreis Osnabrück geht zusammen

Osnabrück (epd). Die Einrichtungen der Diakonie in Stadt und Landkreis Osnabrück wollen sich künftig als starke Gemeinschaft präsentieren. Sie haben sich zu einer "Konferenz der Diakonie in Stadt und Landkreis Osnabrück" zusammengeschlossen, einem nicht eingetragenen Verein mit rund 40 Mitgliedern. Sie vereinige rund 9.000 Plätze und 6.000 Mitarbeiter in der Behinderten-, Alten- und Jugendhilfe, in Krankenhäusern, Pflegediensten und Beratungsstellen, teilten Verantwortliche am Mittwoch mit.

Es gehe darum, Vernetzung und Zusammenarbeit auszubauen, sagte der Vorstandsvorsitzende Heiko Grube, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Melle. Zur Konferenz gehörten unter anderem die Kirchenkreise Melle, Osnabrück, Georgsmarienhütte und Bramsche mit ihren diakonischen Abteilungen sowie freie diakonische Träger, etwa die Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück und das Diakoniewerk Osnabrück.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1474/30.05.07)
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Universitäten Göttingen und Jerusalem kooperieren

Göttingen (epd). Die Universität Göttingen und die Hebräische Universität Jerusalem wollen ihre Zusammenarbeit ausbauen. Wissenschaftliche Kooperation könne "Brücken zwischen Kulturen und Völkern bauen" und damit über den inhaltlichen Gewinn hinaus einen Beitrag zur Verständigung und Konfliktlösung leisten, erklärte die Göttinger Hochschule in der am Freitag erschienen Ausgabe ihres Wissenschaftsmagazins.

Gemeinsame Forschungsprojekte gibt es den Angaben zufolge bereits in den Geisteswissenschaften und bei der Wasserbewirtschaftung. Wissenschaftler aus Jerusalem arbeiten auch in dem Göttinger "Zentrum für semitistische und verwandte Studien" mit. In die Partnerschaft soll auch die palästinensische Hochschule Al-Quds eingebunden. Partnerschaftsbeauftragter der Göttinger Universität ist der Theologie-Professor Reinhard Kratz.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1512/01.06.07)
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