Landesbischöfin erinnert an ertrunkene Bootsflüchtlinge

Nachricht 31. Mai 2007

Berlin/Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat am Donnerstag an das Schicksal der zahllosen Bootsflüchtlinge erinnert, die auf dem Weg nach Europa im Meer ertrunken sind. Die Dramen und menschlichen Tragödien, die sich auf Inseln abspielten, auf denen Deutsche gerne Urlaub machten, führten die "ganze Ungerechtigkeit dieser Welt vor Augen", sagte sie in einem Gottesdienst in der Berliner Passionskirche: "Die einen suchen Entspannung, die anderen kämpfen um ihr Leben."

Die Menschen in den reichen Industrienationen müssten endlich ihre innere Haltung gegenüber denen ändern, die nach Europa drängten, mahnte die Bischöfin. Dabei gehe es nicht um eine "Einwanderung in unsere Sozialsysteme" und nicht um Almosen, sondern um Gerechtigkeit und um Lebenschancen für Menschen: "Wenn Globalisierung so gepriesen wird, dann muss es um eine Globalisierung der sozialen Gerechtigkeit und der Zukunftsfähigkeit gehen." Deshalb gebe es auch ein kirchliches Engagement zum G-8-Gipfel in Heiligendamm, betonte Käßmann.

Bei dem Versuch, mit kleinen Booten die EU-Staaten zu erreichen, seien Schätzungen zufolge allein im vergangenen Jahr mehrere Tausend Afrikaner ertrunken, hieß es in dem Gottesdienst. Eingeladen hatte die Bundesarbeitsgemeinschaft "Asyl in der Kirche".

(epd Niedersachsen-Bremen/b1497/31.05.07)
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