Auf einen Blick (30.5.)

Nachricht 30. Mai 2007

Hospiz-Stiftung schreibt Preis mit 10.000 Euro aus

Hildesheim (epd). Die Hospiz-Stiftung Niedersachsen will Ehrenamtliche und Pflegeheime, die sich für sterbende Menschen einsetzen, erstmals mit einem Hospizpreis auszeichnen. Dafür ist ein Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro ausgesetzt, teilte die Stiftung am Freitag in Hildesheim mit. Die Auszeichnung soll am 13. Oktober von der Stiftung und dem niedersächsischen Sozialministerium in der Kaiserpfalz in Goslar verliehen werden. Interessierte können sich bis zum 15. August bewerben.

Der Preis wird in zwei Sparten verliehen. Zum einen wendet er sich an Menschen, die langjährig in der Hospizarbeit tätig sind. Zum anderen sollen Einrichtungen geehrt werden, die sich für eine moderne Hospizkultur und eine schmerzlindernde Palliativ-Versorgung einsetzen und dabei Ehrenamtliche einbeziehen. Die Stiftung wurde 2003 von den evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümern in Niedersachsen gegründet, um die ehrenamtliche Hospizarbeit zu fördern. Ihr Schirmherr ist der frühere Bundesinnenminister Rudolf Seiters (CDU) aus Papenburg.

In Niedersachsen engagieren sich den Angaben zufolge rund 8.000 Frauen und Männer in mehr als 130 Initiativen ehrenamtlich für sterbende Menschen. Ihre Arbeit sei nicht wegzudenken, sagte Pastoralreferent Ulrich Domdey vom katholischen Bistum Hildesheim als Vorsitzender der Stiftung. Die Ehrenamtlichen sollten sich weiter auf Augenhöhe in die professionellen Netzwerke zur Begleitung Sterbender einbringen: "Sie müssen sich auf gar keinen Fall verstecken." Domdey begrüßte es, dass sich der Hospizgedanke auch in der Ausbildung der Ärzte und Pfleger fortentwickele.

Nötig sei es, die Fortbildungen der Ehrenamtlichen und ihre Strukturen durch das Land langfristig finanziell zu fördern wie in anderen Bundesländern, hieß es. Die Stiftung forderte auch eine "Hospizkarenz" wie in Österreich und anderen Ländern. Dort können sich Angehörige für einen bestimmten Zeitraum von der Arbeit freistellen lassen, um schwerkranke Angehörige zu pflegen.

Domdey begrüßte es weiter, dass das Land flächendeckend Stützpunkte zur Hospiz- und Palliativversorgung einrichte. Dabei müsse aber auf Qualität statt auf Schnelligkeit geachtet werden. Die Politiker sollten so bald wie möglich einen Bedarfsplan für Palliativbetten erstellen. Sonst bestehe die Gefahr, dass sich die neuen Spezialbetten in den Krankenhäusern gegenseitig Konkurrenz machten und die Position der stationären Hospize schwächten. Landesweit gibt es bisher zwölf Palliativ-Stützpunkte.

->Internet

(epd Niedersachsen-Bremen/b1426/ 25.05.07)
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Ambulanter Hospizdienst will mit "Trauercafé" helfen

Osterholz-Scharmbeck (epd). Mit einem "Trauercafé" will das Diakonische Werk in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen Menschen helfen, die einen Angehörigen oder einen Freund verloren haben. Das monatliche Angebot unter dem Dach des vor knapp drei Jahren gegründeten ambulanten Hospizdienstes Osterholz soll nach Angaben von Koordinatorin Lisa Sander am 3. Juni starten: "Wir wollen Trauernden einen offenen Rahmen bieten, damit sie über ihre Erfahrungen sprechen können."

Das Umfeld fühle sich oft hilflos oder erwarte, dass Trauernde bald zur Tagesordnung übergingen, erläuterte Sander. Das Trauercafé solle den Raum schaffen, um über Verluste sprechen zu können. "Auch um sich gegenseitig zu unterstützen - egal, wie lange der Tod des Angehörigen zurück liegt", betonte die Koordinatorin. Der Schock lähme den Alltag der Betroffenen je nach persönlicher Situation teilweise für lange Zeit.

"Ein Abschied fällt schwer", bekräftigte Sander. "Vieles ändert sich. Um das zu bewältigen, ist Kraft nötig." Diese Kraft könne auch im Gespräch mit Menschen wachsen, die in einer ähnlichen Situation seien. Das erste Trauercafé beginnt am 3. Juni um 15 Uhr im Alten Museum der Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck.

Internet:www.hospizdienst-osterholz.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b1418/25.05.07)
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Schlichtung in der Diakonie noch nicht abgeschlossen

Hannover (epd). Die Schlichtungsverhandlung über die Arbeitsbedingungen in der niedersächsischen Diakonie geht weiter. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zeigten sich am Mittwoch in Hannover "optimistisch, dass die Schlichtung am 8. Juni erfolgreich abgeschlossen wird". Sie begrüßten die Fortschritte, die Ende letzter Woche in 17-stündigen Verhandlungen erreicht worden seien. Die Arbeitsvertragsrichtlinien, die zur Debatte stehen, gelten für rund 30.000 Mitarbeiter in 125 sozialen Einrichtungen der evangelischen Kirchen in Niedersachsen.

Vor der Schlichtung hatten Beschäftigte in Protestaktionen eine Lohnerhöhung von 3,8 Prozent gefordert. Ein weiterer Streitpunkt ist das Weihnachtsgeld, das die Dienstgeber vom Betriebsergebnis abhängig machen wollen. Schlichter ist Heinrich Kiel, Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht in Hannover. (epd Niedersachsen-Bremen/b1476/30.05.07)

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Kirchen: Ausländer besser integrieren

Hannover (epd). Die Kirchen in Deutschland haben mehr Anstrengungen zur Integration von Ausländern gefordert. "Nur wer in vollem Umfang am gesellschaftlichen Leben teilhat, kann wirklich Teil dieser Gesellschaft werden", erklärten Kardinal Karl Lehmann, der Berliner Bischof Wolfgang Huber und der griechisch-orthodoxe Metropolit von Deutschland, Augoustinos, in einem am Mittwoch veröffentlichten Gemeinsamen Wort zur Woche der ausländischen Mitbürger vom 23. bis 29. September 2007.

Einer gelungenen Integration stünden sowohl auf Seiten der Zuwanderer wie auf Seiten der Aufnahmegesellschaft weiter Hürden entgegen, betonten der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Huber, und Metropolit Augoustinos: "Was Not tut, sind einige mutige Schritte zum Abbau der Hemmnisse, die eine gleichberechtigte Teilhabe der Zuwanderer in unserer Gesellschaft verhindern."

Die diesjährige Woche der ausländischen Mitbürger/Interkulturelle Woche steht unter dem Motto "Teilhaben - Teil werden". Die Kirchen fordern erweiterte Möglichkeiten für Dauergeduldete und ihre Familien, einen sicheren Aufenthaltsstatus zu erlangen. Auch die Einbürgerung müsse erleichtert werden, hieß es. Erst damit werde die volle politische Teilhabe erreicht.

Die Kirchen beobachteten mit Sorge die strukturelle Benachteiligung von "Menschen mit Migrationsgeschichte, insbesondere von Jugendlichen, in den wichtigen Lebensbereichen Schule, Ausbildung und Beschäftigung". Hier müssten "baldmöglichst Strategien erarbeitet werden, die einer noch stärkeren Chancenungleichheit entgegenwirken". Außerdem müsse auch der Schutz von Ehe und Familie wieder stärkere Beachtung finden: sowohl beim Familiennachzug von in Deutschland lebenden Migranten mit gesichertem Aufenthaltsstatus als auch bei Abschiebungen von Menschen ohne Aufenthaltsberechtigung.

Die bundesweite der Woche der ausländischen Mitbürger wird am 21. September in Frankfurt am Main eröffnet. Den Auftakt bildet ein ökumenischer Gottesdienst in der Katharinenkirche. Die Predigt hält Kardinal Karl Lehmann. Die Initiatoren der Aktion rechnen mit rund 3.000 Veranstaltungen, die vom 23. bis 29. September an mehr als 200 Orten in ganz Deutschland stattfinden sollen.

Die Aktionswoche ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der EKD und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie wird von Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen, Ausländerbeiräten, Ausländerbeauftragten und deutsch-ausländischen Initiativgruppen unterstützt. Die Aktion findet jährlich Ende September statt.

Internet: www.interkulturellewoche.de.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1457/30.05.07)
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Auf Hamelner Kirchendach wird Sonnenstrom erzeugt

Hameln (epd). Die evangelische Paul-Gerhardt-Gemeinde in Hameln hat auf dem Dach ihrer Kirche eine Photovoltaik-Anlage installiert. Sie besteht aus 120 Solarmodulen und hat eine Fläche von 150 Quadratmetern, sagte Pastor Jürgen Harms am Freitag dem epd. Bei 20 Kilowatt Leistung soll die Anlage jedes Jahr rund 17.400 Kilowattstunden Strom aus Sonnenstrahlen erzeugen und in das Netz der Hamelner Stadtwerke einspeisen. Den Angaben zufolge wird die Umwelt so jährlich um hunderte Tonnen Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff und Stickoxide entlastet.

Kirchengemeinde und Stadtwerke haben die 108.000 Euro teure Anlage gemeinsam bezahlt. Allein 20.000 Euro seien durch Spenden zusammengekommen, sagte Harms. Die Photovoltaik-Anlage soll durch eine Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz refinanziert werden. Seit 2002 betreibt die evangelische Christophorusgemeinde in Göttingen eine Solarstromanlage. In Hameln war 2004 eine katholische Gemeinde nachgezogen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b14Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
33/25.05.07)
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Bildband zeigt Arbeit im Kinderhospiz Löwenherz

Syke (epd). Über das Kinderhospiz Löwenherz in Syke ist ein Bildband erschienen. Unter dem Titel "Dem Tag mehr Leben geben" vermittle das Buch einen umfassenden Eindruck der Arbeit mit schwerstkranken und sterbenden Kindern, sagte Hospiz-Leiterin Gaby Letzing am Mittwoch in Syke. Foto-Designerin Natali Metzger aus Münster hatte für ihre Diplomarbeit 20 Tage lang Kinder, Eltern und das Team begleitet. 120 ihrer Bilder sind in dem Fotoband enthalten. Er ist im Bethel-Verlag erschienen und kostet 39,90 Euro.

www.kinderhospiz-loewenherz.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b1478/30.05.07)
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