Bischof warnt Kirche vor unrealistischen Wachstumszielen

Nachricht 30. Mai 2007

Hannover (epd). Der Magdeburger Bischof Axel Noack hat die Kirche und die Pastoren gemahnt, sich nicht zu überfordern. Zwar müsse die Kirche wachsen wollen, sagte er am Mittwoch vor dem Generalkonvent des evangelischen Sprengels Hannover. Dabei müsse sie sich aber wieder mehr auf ihre Grundlagen konzentrieren, statt unrealistische Wachstumsziele zu verfolgen. Angesichts des hohen Anteils an Kirchenfernen gebe es Chancen, auf die Menschen zuzugehen.

"Wo wir Aufgaben hatten, haben wir Leute erreicht", sagte Noack vor den Pastorinnen und Pastoren der Kirchenregion. In Fördervereinen für den Erhalt von Kirchen oder in örtlichen Chören beteiligten sich viele, die keine Kirchenmitglieder seien. Innerhalb der Kirchengemeinden sollten sich die Pastoren darauf konzentrieren, einzelne Menschen zu begleiten, statt mehr Veranstaltungen anbieten zu wollen. Doch auch unter Pastoren beobachte er eine wachsende Menschenscheu: "Ohne Anlass Hausbesuche zu machen, fällt schwer."

Eine große missionarische Chance sieht Noack in der Taufe und im Patenamt. In den ostdeutschen Elternhäusern brächten häufig die Kinder die Diskussion auf den Glauben. Taufen gebe es oft erst im Grundschulalter. Dann seien auch christliche Paten gefragt, die sich um die Täuflinge kümmerten. Noack berichtete, dass sich auch Jugendliche dafür zur Verfügung stellten. Auch auf Alleinerziehende müsse die Kirche mehr zugehen und sie zur Taufe ihrer Kindern ermutigen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1466/30.05.07)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen