Bischof Johannesdotter rückt Äußerungen Führers zurecht

Nachricht 25. Mai 2007

Bückeburg (epd). Der schaumburg-lippische Bischof Jürgen Johannesdotter hat sich am Freitag von Äußerungen seines Oberkirchenrates Werner Führer zur Scheidung der hannoverschen Bischöfin Margot Käßmann distanziert. Die Äußerungen Führers seien keine amtliche Stellungnahme der evangelisch-lutherischen Landeskirche gewesen, erklärte Johannesdotter in Bückeburg. Zugleich entschuldigte sich Führer in einem persönlichen Schreiben an Bischöfin Käßmann. Er hatte den Rücktritt Käßmanns gefordert.

Jede Landeskirche setze die Vorschriften des Pfarrerdienstrechtes in eigener Verantwortung um, erklärte Bischof Johannesdotter. Dazu bedürfe es keiner Belehrung von außen: "Ich bedauere, dass dieser im Verhältnis zwischen Landeskirchen übliche Umgang in diesem Fall verletzt worden ist."

Führer bezeichnete es in einer persönlichen Erklärung am Freitag als Fehler, dass er die öffentliche Auseinandersetzung um den Umgang mit der Ehescheidung bei Pastoren mit einer konkreten Person verbunden habe: "Ich bedauere diesen Fehler aufrichtig." Durch die Weitergabe von Gerüchten habe er überdies der Bischöfin geschadet.

Die schaumburg-lippische Landeskirche an der Grenze zu Westfalen, die aus einem früheren Fürstentum hervorging, ist mit rund 65.000 Mitgliedern auf dem Gebiet eines halben Landkreises die zweitkleinste evangelische Landeskirche in Deutschland. Die hannoversche Kirche, die rund drei Viertel Niedersachsens umfasst, ist mit rund drei Millionen Mitgliedern die größte.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1431/25.05.07)
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