Auf einen Blick (15.5.)

Nachricht 15. Mai 2007

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-> Das Kinderbibelquiz vom 13.5.2007 (mp3-Datei, 3,4 MB)

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Vertreter von 23 Kirchen in Niedersachsen haben Charta Oecumenica unterzeichnet

Zum ersten Mal in der Geschichte Niedersachsens sind am 13.5.2007 Vertreter der Kirchenleitungen von 23 christlichen Kirchen zusammengekommen, die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Lande Niedersachsen (ACKN) zusammengeschlossen sind. In einem feierlichen ökumenischen Gottesdienst mit fast 600 Besuchern in Hannovers Marktkirche unterzeichneten sie die Charta Oecumenica. Sie legt Leitlinien für die Zusammenarbeit der Kirchen in Europa fest – wie „miteinander beten“, „Europa mitgestalten“, „Völker und Kulturen versöhnen“.

In ihrer Predigt stellte die hannoversche Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann fest: „Wenn wir diesen Text heute in Niedersachsen unterzeichnen als Repräsentantinnen und Repräsentanten von 23 verschiedenen Kirchen, dann ist das ein Akt, durch den wir uns in den europäischen ökumenischen Kontext stellen und deutlich machen: wir hier in unserem Bundesland stehen als Kirchen zueinander. In allen Differenzen verkündigen wir denselben Christus, das Wort Gottes, das Fleisch wurde. Wir respektieren einander in unserer Verschiedenheit. Und wir wollen durch unser Miteinander beitragen zum Zeugnis des einen Herrn und des einen Glaubens.“ (der volle Wortlaut der Predigt: www.evlka.de)

Unterzeichnet wurde die Charta Oecumenica von folgenden Repräsentanten:
• Alt-Katholische Kirchengemeinde Hannover-Niedersachsen: Pfarrer Oliver Kaiser
• Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine: Pfarrer Stefan Richter
• Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (Landesverbände Nordwestdeutschland, Norddeutschland, Niedersachsen–Ostwestfalen–Sachsen-Anhalt): Pastor Dirk Zimmer
• Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen: Pastor i.R. Wilhelm Vennegeerts
• Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg: Pfarrer Dr. Tim Unger
• Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers: Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann
• Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig: Landesbischof Dr. Friedrich Weber
• Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe: Landesbischof Jürgen Johannesdotter
• Evangelisch-methodistische Kirche Superintendentur Hamburg: Superintendent Uwe Onnen
• Evangelisch-reformierte Kirche: Kirchenpräsident Jann Schmidt
• Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland – Griechisch-Orthodoxe Kirchengemeinde "Heilige drei Hierarchen" zu Hannover: Archimandrit Gerasimos Frangulakis
• Konföderation evangelisch-reformierter Kirchen in Niedersachsen: Pastor Thomas Krage
• Koptisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland: Mönchserzpriester Girgis El Moharaki
• Römisch-katholische Kirche – Bistum Hildesheim: Bischof Dr. Josef Homeyer
• Römisch-katholische Kirche – Bistum Osnabrück: Bischof Dr. Josef Homeyer
• Römisch-katholische Kirche – Bischöfliches Münstersches Offizialat: Bischof Dr. Josef Homeyer
• Rumänisch-Orthodoxe Kirchengemeinde: Erzpriester Dr. Vasile Florea
• Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, Sprengel Nord: Propst Johannes Rehr
• Serbische Orthodoxe Kirchengemeinden in Niedersachsen: Erzpriester Milan Pejic
• Ukrainisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland – Gemeinde in Niedersachsen: mitvertreten durch die anderen orthodoxen Kirchen
• Vereinigung der Deutschen Mennonitengemeinden – Bereich Niedersachsen: Herr Oskar Wedel

Die Charta Oecumenica ist ein von der Konferenz Europäischer Kirchen und vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen gemeinsam vorgelegtes Dokument. Diese Selbstverpflichtung der beteiligten Kirchen wurde 2001 in Straßburg auf europäischer Ebene und 2003 in Berlin auf deutscher Ebene unterzeichnet und gilt als ökumenischer Meilenstein. Sie beschreibt die gemeinsamen Aufgaben der Kirchen im sich vereinigenden Europa (www.oekumene3.eu/charta_oecumenica.php) und soll auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens, so nun auch in Niedersachsen, eine ökumenische Kultur des Dialogs und der Zusammenarbeit fördern.

Die Charta Oecumenica ist das Herzstück der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung, deren Motto der Gottesdienst aufnimmt: „Das Licht Christi scheint auf alle – Hoffnung auf Erneuerung und Einheit in Europa“. Hierzu treffen sich am Ende eines zweijährigen Pilgerweges, zu dem auch der Gottesdienst am 13. 5. in Hannover gehört, 2.100 Delegierte aus ganz Europa, darunter zehn aus Niedersachsen, vom 4. bis 9.9.2007 in der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt Hermannstadt/Sibiu in Rumänien.

Der 1976 gegründeten Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen im Lande Niedersachsen (ACKN) gehören 23 Mitgliedskirchen mit insgesamt rund 5.800.000 Mitgliedern an – weitere vier mit Gaststatus. Zudem gibt es in 21 niedersächsischen Orten wie Alfeld, Bad Bentheim, Göttingen und Uelzen örtliche ACKs, die ihre Arbeit koordinieren und gemeinsame Projekte – wie ökumenische Gottesdienste am Pfingstmontag - organisieren.

Am 15.5. sind auf www.kirchliche-dienste.de/oekumene Fotos vom Gottesdienst zum Herunterladen.

Dirk Stelter
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Hanns-Lilje-Forum 2007: Verantwortete Freiheit - Evangelische Standpunkte

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers und die Hanns-Lilje-Stiftung laden
zu einem Vortrag im Rahmen des Hanns-Lilje-Forums ein.

"Freiheit, die ich meine ....
Eine Evangelische Erinnerung in ökumenischer und gesellschaftsgestaltender Absicht"

Mittwoch, 23. Mai 2007, 18.00 Uhr,
Marktkirche Hannover, Hanns-Lilje-Platz

Referent: Frank Otfried July, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

Moderation: Dr. Margot Käßmann, Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

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Lohse erhält Tübinger Dr.-Leopold-Lucas-Preis 2007

Göttingen/Tübingen (epd). Der frühere hannoversche Landesbischof und emeritierte Göttinger Theologie-Professor Eduard Lohse (82) erhält an diesem Dienstag den Dr.-Leopold-Lucas-Preis 2007 der Universität Tübingen. Die Auszeichnung ist nach Angaben der Hochschule mit 40.000 Euro dotiert. Der Dr.-Leopold-Lucas-Preis würdigt hervorragende Leistungen in der Theologie, der Geistesgeschichte, der Geschichtsforschung und der Philosophie.

Lohses wissenschaftliches Werk, in dessen Mittelpunkt das Neue Testament stehe, sei "einzigartig in seiner Breite und Fülle", hieß es. Zudem gehöre Lohse "zu den herausragenden Gestalten des Protestantismus". Er sei interkonfessionell und international "wegen seiner absoluten Integrität" hoch geachtet. Dies habe ihn zu einem der wichtigsten Gesprächspartner im christlich-jüdischen Dialog gemacht.

Eduard Lohse studierte in Bielefeld und Göttingen Theologie und war in Kiel und Göttingen Professor für Neues Testament. Von 1971 bis 1988 war Lohse hannoverscher Landesbischof, von 1975 bis 1978 Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands sowie von 1979 bis 1985 Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Der Synode der hannoverschen Landeskirche gehörte Lohse als Abt zu Loccum bis zum Jahr 2000 an.

Der Preis wurde 1972 vom ehemaligen Ehrensenator der Universität Tübingen, Generalkonsul Franz D. Lucas gestiftet. Anlass war der 100. Geburtstag seines in Theresienstadt umgekommen Vaters, des jüdischen Gelehrten und Rabbiners Leopold Lucas. Die Tübinger evangelisch-theologische Fakultät vergibt den Preis im Namen der Universität.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören der 14. Dalai Lama, der polnische Erzbischof Henryk Muszynski, der frühere senegalesische Staatschef Léopold Sédar Senghor sowie Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1313/14.05.07)
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