Experte mahnt Kooperation von Kirche und Tourismus an

Nachricht 09. Mai 2007

Esens /Kr. Wittmund (epd). Der hannoversche Theologieprofessor Ralf Hoburg hat eine stärkere Zusammenarbeit von Kirche und Tourismus angemahnt. Viele Tourismusanbieter hätten die Kirchen für ihre Programme entdeckt und zu einem festen Bestandteil etwa von Stadtführungen gemacht, sagte Hoburg am Dienstagabend in Esens vor Urlauberseelsorgern.

Die Kirchengebäude seien Garanten einer positiven Image-Werbung für eine Region, erläuterte Hoburg. Dies werde von den Kirchengemeinden bislang zu wenig wahrgenommen. Die Tourismusverbände seien an Gottesdiensten, Konzerten und besonders an professionellen Kirchenführungen interessiert. "Dort, wo die Kirche bei ihrer Kernkompetenz bleibt, ist sie auch attraktiv", sagte der Experte der Evangelischen Fachhochschule Hannover.

Der Leiter von "Kirche im Tourismus" der hannoverschen Landeskirche, Klaus Stemmann, forderte die Gemeinden dazu auf, noch mehr Besucher in ihre Kirchen einzuladen und mit Tourismusanbietern zusammenzuarbeiten. "Im Tourismus spricht man von Gästen. Gastfreundschaft ist ursprünglich ein ganz tief religiöses Thema", sagte er. Auch in den Kirchen sollten Urlauber nicht als Fremde gesehen werden. "Die Ansicht, nur Mitglieder dürften in eine Kirche hinein, ist von Vorgestern."

Die Nachfrage nach Kirchenführungen sei hoch, sagte Stemmann. "Das ist auch ein Einfallstor für Kontakte zur Kirche." Nach Angaben Stemmanns haben mehr als 20 Frauen und Männer kürzlich eine Ausbildung zu ehrenamtlichen Kirchenführern begonnen. Zum dritten Mal biete die Landeskirche den Ausbildungsgang an, den bereits mehr als 40 Ehrenamtliche absolviert hätten.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1245/09.05.07)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen