Mehr Religion im Fernsehen von morgen

Nachricht 02. Mai 2007

Was der EKD-Rundfunkbeauftragte in Islam-Sendung vermisst

H a m b u r g (idea) – Christen müssen sich darauf einstellen, dass zunehmend andere Religionen sowohl im hergebrachten Fernsehen wie auch im Internet-TV auftreten. Als Reaktion empfiehlt der Rundfunkbeauftragte der EKD und der evangelischen Freikirchen, Bernd Merz (Hamburg), den christlichen Glauben „prominent, glaubwürdig und lebensnah“ zu platzieren. Einen Vorgeschmack auf die zunehmende religiöse Vielfalt böten die muslimischen Beiträge auf den Internet-Seiten des ZDF und des SWR. Wahrscheinlich im Juni werde das „Forum zum Freitag“ im ZDF beginnen; das erste islamische „Wort zum Freitag“ hatte der SWR bereits am 20. April online gestellt. Merz vermisste in der Ansprache des Generalsekretärs des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman A. Mazyek (Alsdorf bei Aachen), eine Bemerkung zur Ermordung von drei Christen. Islamisten hatten zwei Türken und einen Deutschen gefoltert und dann umgebracht. Mazyek habe diese zwei Tage vorher verübte Bluttat nicht erwähnt, sondern als Beispiel für Barmherzigkeit und Vergebung die Debatte um Gnade für RAF-Mitglieder angeführt, so Merz in seinem Newsletter.

Für die Zukunft des Fernsehens spielt nach seiner Ansicht das Internet eine entscheidende Rolle. Von vielen Projekten hebt der Rundfunkbeauftragte eines hervor: Joost – eine interaktive Software, mit der Fernsehsendungen im Internet von Benutzer zu Benutzer weitergegeben werden können. Die Präsentationen würden mit bestechender optischer Schärfe angeboten und nicht als „wacklig schummrige Videos“ wie bei YouTube. Besucher könnten die Sendungen jederzeit kostenlos sehen und sich mit Freunden darüber austauschen. Joost will sich durch Werbeschaltungen finanzieren. Die Fernsehsender hätten nur noch den Status von Programmzulieferern, so Merz. Er zitiert Joost-Gründer Jan Friis mit den Worten: „Fernsehen, das sind 507 Kanäle und mehr nicht. Wir werden helfen, das zu ändern.“ Mehr noch als um die Frage, wer denn über 500 Kanäle brauche, geht es - so Merz – darum, Inhalt, individuell, flexibel und zielgruppengenau anzubieten. Die evangelische Rundfunkarbeit werde sich intensiv mit Chancen und Risiken dieser und anderer Übertragungswege beschäftigen.

(02.05.2007/11:28)
Copyright: Evangelische Nachrichtenagentur idea
E-Mail: idea@idea.de