Oldenburg bereitet Ausstieg aus Kirchenzeitung vor

Nachricht 30. April 2007

Oldenburg (epd). Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg will sich von der "Evangelischen Zeitung" trennen. Die Steuerungsgruppe der Oldenburger Synode empfiehlt den Delegierten in einer Beschlussvorlage, "die Bereitstellung von Mitteln für die 'Evangelische Zeitung' zum nächstmöglichen Termin zu beenden". Bisher trägt Oldenburg jährlich 117.500 Euro zur Kirchenzeitung bei. Das Kirchenparlament der oldenburgischen Kirche tagt vom 10. bis 11. Mai in Rastede.

Die "Evangelische Zeitung" erscheint als "Christliche Wochenzeitung für Niedersachsen" in den Landeskirchen Hannover, Braunschweig und Oldenburg. Sie hat derzeit rund 26.000 Abonnenten. Die Wochenzeitung aus dem Lutherischen Verlagshaus Hannover erschien erstmals 1946 unter dem Titel "Die Botschaft". Ihre Zukunft ist seit einiger Zeit umstritten: Mehrere Alternativen wurden bereits erwogen und zum Teil verworfen.

Dem Bericht des Oldenburger Oberkirchenrates Olaf Grobleben zufolge hat sich eine "Clearinggruppe" mit der Zukunft der evangelischen Publizistik in Niedersachsen beschäftigt. Die Gruppe kritisiere, dass die traditionelle Kirchengebietspresse nicht mehr genug Ehrenamtliche und engagierte Kirchenmitglieder erreiche. Auch werde sie in den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Führungsebenen in Niedersachsen nicht wahrgenommen.

Die hannoversche Landeskirche kürzte ab 2007 ihren Zuschuss für das Traditionsblatt um mehr als die Hälfte auf 400.000 Euro. Die braunschweigische Kirche dagegen sprach sich im vergangenen Jahr für die "Evangelische Zeitung" aus und hielt ihren Zuschuss konstant. Unter den evangelischen Kirchenzeitungen in Deutschland gilt die "Evangelische Zeitung" als eine der profiliertesten.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1149/30.04.07)
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