Kirchenmitarbeiter wollen Landes - Tarifvertrag / Arbeitgeber in der Diakonie wollen Schlichtung anrufen

Nachricht 24. April 2007

Kirchenmitarbeiter wollen Landes-Tarifvertrag

Hannover (epd). Die kirchlichen Arbeitnehmer in Niedersachsen fordern die Übernahme des Tarifvertrages des Landes. Die rund 35.000 Angestellten der evangelischen Kirchen müssten denen des öffentlichen Dienstes gleichgestellt sein, erklärte die Gewerkschaft ver.di am Dienstag in Hannover. Das Arbeitnehmerbündnis wandte sich damit gegen Pläne der Landeskirchen, ein eigenes Tarifwerk einzuführen.

Die Vertreter der Arbeitnehmer in der Arbeits- und Dienstrechtlichen Kommission der Kirchen wollen der Mitteilung zufolge, dass für sie der Tarifvertrag des Landes Niedersachsen rückwirkend zum 1. November 2006 übernommen wird. Wörtlich heißt es: "Das Arbeitnehmerbündnis hält angesichts sprudelnder Kirchensteuereinnahmen und des allgemeinen konjunkturellen Aufwärtstrends weitere Einsparungen zu Lasten der Beschäftigten für nicht hinnehmbar."

Der von den Landeskirchen angestrebte Tarif sehe erhebliche Verschlechterungen wie die 40-Stunden-Woche vor, kritisiert das Bündnis aus Gewerkschaft, Verband kirchlicher Mitarbeiter und Mitarbeiter-Vertretungs-Verband. Mitarbeitervertreter hatten im vorigen Jahr allein unter den Mitarbeitern der braunschweigischen Landeskirche 1.100 Unterschriften gegen eine Abkoppelung von öffentlichen Dienst gesammelt. Die paritätisch besetzte Arbeits- und Dienstrechtliche Kommission für die Landeskirchen von Braunschweig, Hannover und Oldenburg tagt Ende Mai.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1080/24.04.07)
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Arbeitgeber in der Diakonie wollen Schlichtung anrufen

Oldenburg/Hannover (epd). Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen für die rund 30.000 Beschäftigten der Diakonie in Niedersachsen wollen die Arbeitgeber noch in dieser Woche die Schlichtungskommission anrufen. Das teilte der Diakonische Dienstgeberverband Niedersachsen am Dienstag vor Journalisten in Oldenburg mit.

Die Arbeitsrechtliche Kommission, in der jeweils zur Hälfte kirchliche Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertreten sind, war zu keiner Einigung über die neuen Entgelte gekommen. Das Angebot der Arbeitgeber sah unter anderem 2,3 Prozent mehr Gehalt und ein von der wirtschaftlichen Situation abhängiges Weihnachtsgeld vor. Die Arbeitnehmer forderten dagegen 3,8 Prozent mehr Gehalt.

Der Vorstand des oldenburgischen Diakonischen Werkes, Wolfgang Bartels, lehnte einen Zuwachs in dieser Größenordnung ab. Ein zu hoher Tarifabschluss könne zu wirtschaftlichen Schieflagen führen, sagte er. Für den kaufmännischen Diakonie-Vorstand und stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Joachim von der Osten ist mit 2,3 Prozent die "Schmerzgrenze" erreicht.

Die angebotenen Gehälter entsprächen dem durchschnittlichen Niveau in der Sozialbranche, erklärte der Verband, der 125 Mitgliedseinrichtungen vertritt. Wer den falschen Maßstab wähle, dem drohten Ausgliederung, Verkauf oder Pleite wie bei vielen kommunalen Einrichtungen. Die wirtschaftliche Situation vieler diakonischer Träger sei angespannt, vor allem bei Krankenhäusern und in der Altenhilfe.

Diakonie-Vorstand Thomas Kempe sagte, er rechne mit einer Einigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. In der Schlichtungskommission sind jeweils drei Vertreter beider Seiten vertreten. Ihr Leiter ist Heinrich Kiel, stellvertretender Präsident des Landesarbeitsgerichtes in Hannover.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1082/24.04.07)
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