Evangelische Kirchen in Niedersachsen stellen Entwurf für neues Tarifwerk vor

Nachricht 20. April 2007

Die evangelischen Kirchen in Braunschweig, Oldenburg und Hannover werden bei der Arbeits- und Dienstrechtlichen Kommission die Einführung eines neuen kircheneigenen Tarifwerks beantragen. Nach diesem neuen Recht sollen sich in Zukunft die Arbeitsverträge der kirchlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen richten.

Der Entwurf sieht vor, dass Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schon früher das Höchstgehalt erreichen. Bisher war eine lineare, dem Lebensalter entsprechende Steigerung üblich. Ferner ist eine erheblich vereinfachte Entgeltsystematik vorgesehen; die Vergütung soll nach dem Entwurf stärker an die Tätigkeit und weniger an Bildungsabschlüsse anknüpfen.

Für die Überleitung der bestehenden Arbeitsverträge ist eine Besitzstandswahrung enthalten, die einfacher umzusetzen ist als die entsprechenden komplizierten Regelungen im Tarifvertrag für die Länder. Der Entwurf geht von einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden aus und sieht die Zahlung eines Weihnachtsgeldes vor.

In der Arbeits- und Dienstrechtlichen Kommission werden die Arbeitsbedingungen festgelegt. Die Kommission besteht zur Hälfte aus Vertretern der Mitarbeiter und zur Hälfte aus Vertretern der kirchlichen Arbeitgeber.

Hannover, 20.4.2007
Pressestelle der Landeskirche

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Kirchen wollen Tarife vom öffentlichen Dienst abkoppeln

Hannover (epd). Die drei evangelischen Landeskirchen Braunschweig, Hannover und Oldenburg streben ein neues kircheneigenes Tarifwerk an und wollen sich damit vom Tarifgefüge des öffentlichen Dienstes abkoppeln. Unter anderem wolle sie die die 40-Stunden-Woche für ihre Angestellten durchsetzen. Die Pressestelle der hannoverschen Landeskirche teilte am Freitag mit, die Kirchen als Arbeitgeber werden einen entsprechenden Entwurf in die Arbeits- und Dienstrechtliche Kommission einbringen. Die Kommission besteht zur Hälfte aus Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer.

Eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi sagte auf Anfrage, das ihr noch nicht bekannte Papier sei der Wunsch der Arbeitgeber, aber noch nicht das Ergebnis der Beratungen. Sowohl die Verdi-Vertreterin als auch der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung im Landeskirchenamt in Wolfenbüttel, Karlheinz Bodsch, wandten sich gegen eine Abkopplung vom Tarifgefüge des öffentlichen Dienstes. Mitarbeitervertreter hatten im vorigen Jahr allein unter den Mitarbeitern der braunschweigischen Landeskirche 1.100 Unterschriften dagegen gesammelt.

Die niedersächsischen Kirchen sagen ihren Beschäftigten bei der Überleitung in das neue Tarifwerk eine "Besitzstandswahrung" zu, die nach ihren Angaben "einfacher umzusetzen ist, als die entsprechenden komplizierten Regelungen im Tarifvertrag für die Länder". Der Entwurf sehe die 40-Stunden-Woche und die Zahlung eines Weihnachtsgeldes vor, heißt es.

Die kirchlichen Arbeitgeber streben nach eigenen Angaben auch eine "erheblich vereinfachte Entgeltsystematik" und ein früheres Erreichen des Höchstgehaltes an. Die nächste Sitzung der Arbeits- und Dienstrechtlichen Kommission ist Ende Mai geplant.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1053/20.04.07)
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