Historischer Roman spielt im Kloster Loccum

Nachricht 18. April 2007

(epd). Erneut ist das Kloster Loccum bei Nienburg zum Schauplatz eines Romans geworden. Der Autor Christoph Andreas Marx aus Minden lässt den Anfang und das Ende seines Buches "Das Vermächtnis des Templers" in dem 1163 gegründeten Zisterzienser-Kloster spielen, teilte der Verlag Josef Knecht am Mittwoch in Freiburg mit. Im Mittelpunkt steht der Loccumer Abt Johannes von Nienburg, der 1323/24 dem Kloster vorstand. Um diese historische Person herum, von der mehr nicht bekannt ist, entwickelt Marx eine fiktive Geschichte.

Danach wird Johannes zu Beginn des 14. Jahrhunderts als Novize ins Kloster Loccum aufgenommen. Der Abt schickt ihn auf eine lange Reise: Er gelangt in die Normandie, wird zum Mönchsritter ausgebildet und lernt Bogenschießen genauso wie Philosophie, Mystik und Meditation. Er wird in den Orden der Templer aufgenommen und muss auf abenteuerliche Weise fliehen, als der französische König den Orden verfolgen lässt. Am Ende wird Johannes selbst Loccumer Abt und zeichnet im Kloster seine Geschichte auf.

Der 47-jährige Autor Christoph Andreas Marx studierte Philosophie, Geschichte, Germanistik und Theologie und arbeitet als Lehrer an einem Gymnasium. Seine Heimatstadt Minden liegt nicht weit von Loccum entfernt. Bei einem Seminar in der Evangelischen Akademie Loccum lernte er das Kloster näher kennen.

Loccum ist nicht zum ersten Mal Schauplatz eines Romans. Bereits 1997 ließ der Schriftsteller Wolfgang Hegewald hier seinen Roman "Ein obskures Nest" spielen, der im Leipziger Gustav Kiepenheuer Verlag erschien. Darin mietet sich ein Publizist im Kloster ein und reflektiert von dort aus die Ereignisse der deutschen Wiedervereinigung.

Das Kloster Loccum wurde um 1600 evangelisch und gehört bis heute offiziell zu dem in Rom ansässigen Zisterzienser-Orden. Mit Kirche, Kreuzgang, Konventsgebäude, Scheunen, Abtshaus und mittelalterlichen Teichen gilt es nach dem Kloster Maulbronn bei Tübingen als die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage in Deutschland. Zugleich gilt es als geistlicher Mittelpunkt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Seit etwa 200 Jahren werden hier angehende Pastorinnen und Pastoren ausgebildet.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1017/18.04.07)

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