Hospiz-Vorsitzender: Versorgung Sterbender ausbauen

Nachricht 18. April 2007

Lüneburg/Hannover (epd). Der Vorstandsvorsitzende der Hospiz Stiftung Niedersachsen, Martin Ostertag, hat gefordert, die Versorgung für schwerstkranke und sterbende Menschen weiter auszubauen. "Das bleibt eine gewaltige Aufgabe für die Zukunft", sagte Ostertag am Mittwoch im epd-Gespräch in Lüneburg. Der 65-jährige evangelische Pastor wurde am Mittwochabend in Hannover aus seinem Vorstandsamt in den Ruhestand verabschiedet.

Er übergab in der Marktkirche in Anwesenheit von Niedersachsens Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) den ehrenamtlichen Vorsitz an Ulrich Domdey (56) vom Bischöflichen Generalvikariat in Hildesheim. Domdey ist Leiter des seelsorgerlichen Fachbereichs Erwachsenenpastoral.

Ostertag sagte, es würden vor allem in Alten- und Pflegeheimen Menschen gebraucht, die Sterbenden ehrenamtlich Beistand leisten: "Da ist ein dringender Bedarf." Die ehrenamtliche Arbeit von Hospiz-Gruppen zu fördern ist Ziel der Hospiz Stiftung Niedersachsen, die 2003 von fünf evangelischen Kirchen und drei katholischen Bistümern gegründet wurde.

Seit 2003 ist laut Ostertag die Zahl der ambulanten Hospiz-Gruppen in Niedersachsen von rund 60 auf mehr als 130 gestiegen. "Die Hospiz-Bewegung ist eine Basisbewegung. Viele Menschen geben dafür ihre Zeit", erläuterte der Pastor, der seit 1997 und noch bis Ende des Monats auch Beauftragter der hannoverschen Landeskirche für Hospizarbeit und Palliativmedizin ist.

Ostertag begrüßte, dass das Land Niedersachsen mit der Einrichtung von "Palliativstützpunkten" die schmerzmedizinische Betreuung und die Zusammenarbeit aller, die mit Sterbenden zu tun hätten, ausweite. "Das ist ein guter Ansatz, der aber verstärkt werden muss", sagte er.

Angesichts der demographischen Entwicklung hin zu einer zunehmend älteren Bevölkerung müsse der Staat noch sehr viel mehr in die Versorgungsstruktur investieren. Die Menschen hätten vor allem Angst davor, einsam und unter Schmerzen zu sterben. "Wenn ihnen diese Angst genommen wird, ruft auch niemand nach aktiver Sterbehilfe", betonte der Pastor.

Hospiz Stiftung Niedersachsen

epd Niedersachsen-Bremen/b1019/18.04.07)

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