EKD würdigt Frömmigkeit und Weisheit von Papst Benedikt

Nachricht 14. April 2007

Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat der Frömmigkeit und Weisheit von Papst Benedikt XVI. zu dessen 80. Geburtstags Respekt gezollt. Von evangelischer Seite werde mit hoher Achtung wahrgenommen, "mit welch großer innerer Gelassenheit und klarer theologischer Urteilsbildung" das Kirchenoberhaupt auf den in Christus offenbar gewordenen Gott als Mitte aller Gerechtigkeit und Stärke verweise, heißt es in einem Glückwunschschreiben des EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber an Benedikt. Darin wirbt der Berliner Bischof auch für die Klärung offener Fragen im ökumenischen Gespräch.

Benedikt wird an diesem Montag (16. April) 80 Jahre alt. In seiner Gratulation würdigte der EKD-Ratsvorsitzende, wie der Papst sein Leitungsamt in der römisch-katholischen Weltkirche von der Auslegung der Bibel her verstehe und ausübe. Huber erinnerte an die beiden Deutschlandreisen des Papstes. Bei diesen Pastoralbesuchen habe Benedikt die Botschaft des christlichen Glaubens für die bundesdeutsche Gesellschaft unverwechselbar verdeutlicht. Für die Kirchen in Europa gehöre das missionarische Zeugnis zu den zentralen Herausforderungen und mache gemeinsame Anstrengungen notwendig.

Klärungsbedarf im Gespräch der Kirchen besteht dem EKD-Repräsentanten zufolge an der Schnittstelle von Glaube und Vernunft. Die in Benedikts Regensburger Rede im September 2006 erfolgte Einordnung der Reformation in eine "vermeintliche Verfallsgeschichte der Neuzeit" habe die Protestanten "beschwert und bekümmert". Dazu stellte Huber fest, die Kirchen der Reformation und ihre Theologie seien der Auffassung, dass das Zeugnis des Evangeliums in seiner Zuordnung und seinem Gegenüber zur Vernunft nicht an ein bestimmtes historisches Vernunftsverständnis gebunden werden könne.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0976/13.04.07)

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