Europa als Vorbild für Nahost-Frieden

Nachricht 13. April 2007

Tel Aviv (epd). Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Schimon Peres sieht in der Entwicklung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg ein Vorbild für eine Friedenslösung im Nahen Osten. Vorrangig sei der Ausbau wirtschaftlicher Beziehungen, sagte Peres in einem Gespräch mit Vertretern des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Tel Aviv. Dies sei die Grundlage für die europäische Vereinigung geworden.

Nach Peres’ Auffassung haben sich die bisherigen Bemühungen seines Landes für eine Lösung des Nahostkonflikts vor allem auf militärische und diplomatische Lösungen gestützt und die Wirtschaftsbeziehungen zu den Nachbarstaaten vernachlässigt. Dieses Ungleichgewicht müsse geändert werden, ohne Diplomatie und Strategie aufzugeben.

Die EKD-Delegation sprach sich gegenüber Peres für die Verbesserung von Beschäftigungsmöglichkeiten für Palästinenser aus. Zudem bedauerte der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber die schwierige humanitäre Lage durch den Bau des Sicherheitszauns. Dadurch seien auch christliche Einrichtungen beeinträchtigt, beispielsweise Schulen oder das evangelische Auguste-Victoria-Krankenhaus in Jerusalem. Patienten aus den Autonomiegebieten sei der Zugang erschwert.

Peres erklärte, dass durch Palästinenser Krankenhäuser zur Unterbringung von Terroristen und Krankenwagen für den Transport von Waffen missbraucht würden. Er forderte, dass der Schutz von medizinischen Einrichtungen von den Palästinensern respektiert werden müsse. Die Sicherheitsmaßnahmen seiner Regierung hätten nicht die Unterdrückung der Menschen in den Autonomiegebieten, sondern den Schutz der israelischen Bevölkerung zum Ziel. Huber unterstrich gegenüber Peres, dass die Evangelische Kirche in Deutschland sich für das Existenzrecht des Staates Israel einsetze.



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