Käßmann weist katholische Kritik zurück

Nachricht 10. April 2007

Landesbischöfin Margot Käßmann hat Kritik von katholischer Seite am geplanten Ausbau der Krippenbetreuung vehement zurückgewiesen. Die Äußerungen des Augsburger Bischofs Walter Mixa, der die außerfamiliäre Betreuung von Kleinkindern als "Wiederkehr der DDR-Verhältnisse" bezeichnet hatte, seien ignorant und beleidigend, sagte die hannoversche Landesbischöfin dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstagsausgabe). "Manchmal bin ich schlicht sprachlos, wer nun alles zum Erziehungsexperten wird", sagte die Theologin und Mutter von vier Töchtern.

Wer die jetzige Diskussion mit dem DDR-Argument belaste, "hat zum einen keine Vorstellung von der Realität von Müttern in Deutschland heute und beleidigt zum anderen die Erzieherinnen in unseren Einrichtungen, die Hervorragendes leisten", betonte Käßmann. Nach ihren Worten plant die hannoversche Landeskirche, ihre derzeit 750 Krippenplätze bis Mitte nächsten Jahres zu verdoppeln.

Die Theologin verwies auf jüngste Erkenntnisse der Elementarpädagogik, wonach die Frühförderung des Lern- und Sozialverhaltens von Kleinkindern deutlich eher beginnen müsse als bisher in Deutschland praktiziert. "Das wird von Kritikern wie Bischof Mixa ebenso ignoriert wie die notorische Vernachlässigung von Kindern in vielen - vor allem sozial schwachen - Familien."

(epd Niedersachsen-Bremen/b0921/10.04.07)

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