Kirchengemeinde will Spenden von Ausgetretenen

Nachricht 02. April 2007

Jesteburg/Kr. Harburg (epd). Die evangelische Kirchengemeinde in Jesteburg bei Hamburg wirbt jetzt auch bei Ausgetretenen um Spenden für soziale Zwecke. "Trotz ihres Austritts aus der Kirche bleiben viele Menschen interessiert an unserer Arbeit", sagte Gemeindepastor Ulrich Kusche am Montag. Mit dem Gemeindebrief seien deshalb in Jesteburg Spendenbitten an alle Haushalte verteilt worden.

Rund 2.200 Schreiben richteten sich an die Mitglieder der Kirchengemeinde, erläuterte Kusche. Sie werden wie es vielerorts üblich ist, einen "freiwilligen Kirchenbeitrag" gebeten. Neu sei, dass auch diejenigen eine Spendenbitte erhalten hätten, die nicht in den Listen der Kirche geführt sind. In rund 1.000 Haushalten vermute die Gemeinde frühere Mitglieder, sagte der Pastor. "In den letzten 20 Jahren sind in Jesteburg 850 frühere Kirchenmitglieder ausgetreten."

Die Ausgetretenen werden speziell um Unterstützung einer Diakonenstelle für die soziale Arbeit und die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gebeten. "Friedliche soziale Verhältnisse sollten im Interesse alle Bürger liegen", sagte Kusche. Die Gemeinde ruft dazu auf, einmalig zu spenden oder sich in einem Förderkreis freiwillig zu engagieren. "Im Speckgürtel um Hamburg sind viele auch ausgetreten, weil sie nach ihrem Empfinden zuviel Steuern gezahlt haben", sagte Kusche.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0884/02.04.07)
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