LWB - Jubilaeumsfeierlichkeiten als Live - Webstream im Internet

Nachricht 23. März 2007

Lund (Schweden)/Genf, 23. Maerz 2007 (LWI) – Die Feierlichkeiten aus Anlass des 60-jaehrigen Bestehens des Lutherischen Weltbundes (LWB) koennen live im Internet verfolgt werden. Sowohl der feierliche Abendmahlsgottesdienst am Sonntagvormittag, 25. Maerz, in der Kathedrale von Lund (Schweden) als auch die Jubilaeumsfeierlichkeiten am Sonntagnachmittag auf dem Gelaende der Universitaet von Lund, wo der LWB vor 60 Jahren gegruendet wurde, werden als Live-Webstream und spaeter als Videoaufzeichnung zur Verfuegung stehen.

Fuer die Direktorin des LWB-Bueros fuer Kommunikationsdienste, Karin Achtelstetter, bietet sich so fuer viele Mitglieder der 140 Mitgliedskirchen die Moeglichkeit, an den Feierlichkeiten teilzuhaben. “Zur Gemeinschaft lutherischer Kirchen im LWB gehoeren weltweit nahezu 66,7 Millionen Christinnen und Christen. Ihnen den Zugang zu solch wichtigen Ereignissen wie der Feier des 60-jaehrigen LWB-Jubilaeums zu ermoeglichen, ist Ausdruck gelebter Gemeinschaft“, sagte Achtelstetter.

Die KirchenleiterInnenkonsultation, die in die Tagung des LWB-Rates sowie die Feierlichkeiten aus Anlass des 60-jaehrigen Bestehens des Lutherischen Weltbundes eingebettet ist, hat rund 500 Teilnehmende, unter ihnen mehr als 100 lutherische KirchenleiterInnen. Sie findet auf Einladung der Schwedischen Kirche vom 20. bis 27. Maerz in Lund statt, der Stadt, in der der LWB 1947 gegruendet wurde. Das Thema der Ratstagung lautet “Gemeinschaft leben in der Welt von heute“.

Im Rahmen der Jubilaeumsfeierlichkeiten am Sonntagnachmittag wird laut LWB-Generalsekretaer Pfr. Dr. Ishmael Noko eine symbolische Zeremonie stattfinden. Aeltere Teilnehmende, die bereits vor 60 Jahren an der Gruendungsversammlung teilgenommen haben, wuerden die Leitung des Weltbundes symbolisch an die anwesenden JugendvertreterInnen weitergeben. Dies werde ein wichtiges Ritual sein, durch das die Rolle der jungen Generation in der Leitung der lutherischen Gemeinschaft anerkannt wird, so Noko.

Auf der LWB-Webseite www.lutheranworld.org/Welcome.DE.html koennen InternetnutzerInnen multimedial verfolgen, was auf der KirchenleiterInnenkonferenz und Ratstagung des Lutherischen Weltbundes im schwedischen Lund diskutiert und eroertert wurde. In zwei Sprachen (Deutsch und Englisch) finden Interessierte Pressemitteilungen, Fotos, Audio- und Video-Berichte sowie Links zum Live-Webstream www.lutheranworld.org/Ratstagung/2007/Council-Video-Streaming-DE.html.

Am Samstagnachmittag, 24. Maerz, wird der fruehere finnische Praesident und UN-Sondergesandte fuer das Kosovo, Martti Ahtisaari, eine Ansprache zum Thema “Haus Europa“ halten. Diese Plenumssitzung wird im Verlauf des spaeteren Samstagnachmittag als Videoaufzeichnung auf der LWB-Webseite zur Verfuegung stehen.

An der LWB-Ratstagung in Lund (Schweden), die eine KirchenleiterInnenkonsultation sowie die Feierlichkeiten aus Anlass des 60-jaehrigen Bestehens des Lutherischen Weltbundes einschliesst, nehmen rund 500 VertreterInnen der LWB-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen teil, unter ihnen mehr als 100 lutherische KirchenleiterInnen. Zu den Teilnehmenden gehoeren auch DolmetscherInnen, Gaeste, Mitarbeitende des LWB, PressevertreterInnen und Stewards. Der 49-koepfige LWB-Rat fuehrt zwischen den in der Regel alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen die Geschaefte des Weltbundes. Der aktuelle Rat wurde waehrend der Zehnten LWB-Vollversammlung im Juli 2003 im kanadischen Winnipeg gewaehlt. Der Rat besteht aus dem Praesidechatzmeister sowie Geistlichen und Laien, die ihre Regionen repraesentieren.

Weitere Informationen: www.lutheranworld.org

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Dankbar, Teil der lutherischen Weltfamilie zu sein

„Die lutherischen Kirchen in Deutschland sind dankbar, dass sie Teil der lutherischen Weltfamilie sind. Diese Einbindung hilft uns, über den Tellerrand unserer kirchlichen Arbeit hinauszusehen und bewahrt uns vor der Gefahr des Provinzialismus.“ Mit diesen Worten hat Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München) den Lutherischen Weltbund (LWB) anlässlich seiner Entstehung im Jahre 1947 gewürdigt. Im Rahmen seiner diesjährigen Ratstagung und einem Treffen kirchenleitender Persönlichkeiten aus aller Welt gedenkt der LWB an diesem Wochenende mit einem Festgottesdienst in Lund/Schweden, am Ort der ersten Vollversammlung, seiner Gründung vor sechzig Jahren. In seiner Eigenschaft als Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) bezeichnete es Johannes Friedrich als „hohes Gut, dass uns in der lutherischen Weltgemeinschaft auf der Grundlage des gemeinsamen Bekenntnisses Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft verbindet“. Auf der Basis eines klaren Bekenntnisses sei dann auch eine wachsende Gemeinschaft mit anderen Kirchen möglich.

Weil die im LWB zusammengeschlossenen Kirchen im Glauben miteinander verbunden seien, könnten sie in Krisenregionen „gemeinsam effektiv handeln“. Darauf hat der Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche und stellvertretende Vorsitzende des DNK/LWB, Dr. Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald) aufmerksam gemacht. Der Weltbund sei eine Gemeinschaft, deren Glaube in der Liebe tätig werde. „Das ist seit 60 Jahren sein Markenzeichen. Das imponiert mir.“

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums hält es die Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Dr. Margot Käßmann, für wichtig, dass sich die deutschen lutherischen Kirchen „mit Dankbarkeit“ erinnern. Dass sie nur zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges eingeladen worden seien, den LWB mit zu gründen, „war ein großes Zeichen von Versöhnung“. Heute sei es „von besonderer Bedeutung, dass unsere kirchliche Existenz vor Ort durch die Gemeinschaft mit lutherischen Kirchen in anderen Ländern und Kontinenten in einen weltweiten Horizont gestellt wird“. Dies gelte für theologische und ethische Themen, aber auch für die große Frage von Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. „In einer zerrissenen Welt diesen Herausforderungen als Gemeinschaft begegnen zu können, die ein Bekenntnis miteinander teilt, auf gemeinsame theologische Grundlagen aufbaut und miteinander Gottesdienst und Abendmahl feiert, ist auch 60 Jahre nach der Gründung des LWB Grund zur Dankbarkeit.“

In einer globalisierten Welt mit globalisierten Strukturen sei ein Netzwerk wie der Lutherische Weltbund „noch wichtiger als bisher“, ist der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Württemberg, Frank O. July (Stuttgart), überzeugt. „Denn auch wir stehen in der Gefahr einer Milieuverengung, dass wir uns zu sehr mit uns selbst beschäftigen.“ Deshalb sei er sehr froh, dass die württembergische Landeskirche 2010 Gastgeberin der 11. Vollversammlung des LWB sein werde. „Diese Begegnung mit lutherischen Christinnen und Christen aus aller Welt wird uns gut tun.“

Die evangelisch-lutherischen Kirchen Westeuropas sind nach Einschätzung der Hamburger Bischöfin Maria Jepsen nach außen hin sehr unterschiedlich in ihren mehr staatskirchlichen, volkskirchlichen, freikirchlichen Kirchenordnungen, ihren Liturgien sowie liturgischen Gewändern und ihrer gesellschaftlich-diakonischen Präsenz. Und doch verbinde alle, von der Heiligen Schrift her unser kirchliches und persönliches, aber auch gesellschaftliches und politisches Leben zu deuten, zu korrigieren und mitzugestalten. „Für mich ist die praktizierte multilaterale Ökumene unverzichtbar und damit verbunden die Profilierung der eigenen lutherischen Traditionen, in jeweiliger Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen und religiösen Bewegungen“, so Bischöfin Jepsen, die auch dem Rat des LWB angehört. Die Kirchen hätten die Herausforderungen lokal, regional und global wahrzunehmen und von der biblischen Botschaft her Antworten zu suchen.


Weitere Informationen zum Lutherischen Weltbund sind im Internet unter www.lutheranworld.org zu finden.

Amt der VELKD - Pressestelle
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