Auf einen Blick (23.3.)

Nachricht 23. März 2007

Landeskirche begrüßt Lösung:
Geldgeschenke zur Konfirmation werden nicht mit Hartz IV-Leistungen verrechnet

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers begrüßt die niedersächsische Auslegung des Sozialgesetzbuches, wonach Geldgeschenke zur Konfirmation nicht auf Arbeitslosengeld II bzw. andere Sozialleistungen angerechnet werden.

„Wir freuen uns als Kirche über diese positive Entscheidung, die nicht an Paragraphen klebt, sondern das Wohl der Konfirmandinnen und Konfirmanden im Blick hat“, so Dr. Eckhart v. Vietinghoff, Präsident des Landeskirchenamtes in Hannover.

Geldgeschenke können in Zukunft in entsprechenden Fällen als Vermögen behandelt werden, das nicht auf das Einkommen angerechnet wird. Solche Geschenke zur Konfirmation als wichtigem Meilenstein auf dem Weg ins Erwachsensein helfen, den Start in ein selbständiges Leben zu ermöglichen.

Hintergrund ist ein Fall im Landkreis Rotenburg, bei dem die Geldgeschenke zweier Konfirmandinnen 2006 als Einkommen auf das Arbeitslosengeld II der Eltern angerechnet worden waren. Die Eltern legten dagegen Widerspruch ein.

Hannover, 23. März 2007
Pressestelle der Landeskirche
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"Offen gesagt...": Wenn die Eltern Pflege brauchen

Sonntag, 25.03.2007 um 14.45 Uhr im NDR-Fernsehen

"Du sollst Vater und Mutter ehren", heißt es in der Bibel. Wenn die Eltern alt und hilfsbedürftig werden, wiegt dieses biblische Gebot schwer. Dann müssen zwei wichtige Fragen geklärt werden: Wer soll Vater oder Mutter pflegen? Und wo? Zu Hause oder doch im Heim?

Kindern fällt es häufig schwer, die Eltern in ein Pflegeheim zu geben. Viele plagt das schlechte Gewissen, man habe die eigenen Eltern abgeschoben. Doch die Pflege zu Hause kann zum nervenaufreibenden Vollzeitjob werden. Wo endet der Anspruch an die Fürsorge für die Eltern? Und wo beginnen die eigenen Rechte der Kinder?

Darüber spricht Pastor Jan Dieckmann mit Joachim Goldschmidt, der seine Mutter ins Heim brachte und Carola Peschel, die ihre Mutter seit sieben Jahren zu Hause pflegt bei „offen gesagt...“, der christlichen Talksendung in der St. Pauli-Kirche in Hamburg.

Weitere Informationen: www.fernsehkirche.de

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"Fliesen-Bibel" kurz vor der Vollendung

Norden (epd). Eine "Fliesen-Bibel" steht kurz vor der Vollendung. Dabei sind zu den biblischen Geschichten Motive abgebildet, die Künstler einst auf Fliesen verewigt haben, sagte der Ruhestandspastor und Bibelfliesen-Sammler Kurt Perrey am Freitag in Norden in Ostfriesland vor Journalisten. Gemeinsam mit fünf privaten Sammlern habe sich das Norder Bibelfliesen-Team auf eine Auswahl von 600 Motiven geeinigt.

Die neue Bibel soll Ende Juni kommenden Jahres unmittelbar vor dem 5. Ostfriesischen Kirchentag in der Norder Ludgeri-Kirche vorgestellt werden. Die Fliesen-Motive sollen dabei im Größenverhältnis eins zu eins farbig nachgedruckt werden. Für den Text wird eine Übersetzung in Gegenwartssprache verwendet.

Biblische Motive auf Fliesen tauchten ab dem 17. Jahrhundert vor allem in den Niederlanden auf, erläuterte Perrey. Experten hätten bislang etwa 600 unterschiedliche Motive ausgemacht, die von unbekannten Künstlern auf Fliesen festgehalten wurden. Dabei fänden sich neben Darstellungen von Weihnachten und Ostern auch eher unbekannte Geschichten.

Die Fliesenbibel soll Perrey zufolge "für jedermann erschwinglich sein". Trotz des aufwändigen Drucks werde das Werk etwa 30 Euro kosten. Die Sparkasse Aurich-Norden unterstützt das Projekt. Weiteres Geld komme aus dem Verkauf kleiner Bibelfliesen-Hefte zu unterschiedlichen Themen. Neu ist hierbei der sechste Band zu Tiergeschichten in der Bibel, die Perrey zusammen mit dem Deutschen Tierschutzbund herausgegeben hat.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0823/23.03.07)
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Kardinal Lustiger bei Gedenktag in Bergen-Belsen

Bergen-Belsen/Kr. Celle (epd). Der frühere Erzbischof von Paris, Kardinal Jean-Marie Lustiger, ist am 15. April Redner bei einem Gedenktag an die Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen vor 62 Jahren. Neben Lustiger sprechen der Vorsitzende des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, Michael Fürst, und Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann (CDU), kündigte die Gedenkstätte Bergen-Belsen am Donnerstag an.

Anlass für den Besuch Lustigers sei die Setzung eines Gedenksteins für zwei seiner in Bergen-Belsen umgekommenen Angehörigen, hieß es. Neben dem Kardinal werde sein Cousin, der Frankfurter Historiker und Publizist Arno Lustiger, erwartet. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 11 Uhr auf dem Gelände der Gedenkstätte. Jean-Marie Lustiger war aufgrund seiner jüdischen Herkunft während der NS-Zeit in einem Kloster versteckt und ist später zum Katholizismus übergetreten.

An einer weiteren Gedenkveranstaltung wirken den Angaben zufolge ab 14 Uhr ein ehemaliger Kriegsgefangener, Schüler einer Hauptschule sowie jugendliche Teilnehmer eines internationalen Workcamps in Bergen-Belsen mit. Auf dem sowjetischen Kriegsgefangenen-Friedhof erinnern sie an die Kriegsgefangenen, die zwischen 1941 und 1945 in Bergen-Belsen umkamen.

www.bergen-belsen.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b0818/22.03.07)
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Ausstellung zeigt Entwicklung des Synagogenbaus

Hildesheim/Braunschweig (epd). Eine Sonderausstellung im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim gibt vom 22. März bis zum 29. April Einblicke in die Geschichte des Synagogenbaus. Zwischen dem 18. Jahrhundert und dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts gab es nach Angaben des Museums in Deutschland mehr als 3.000 jüdische Lehr- und Bethäuser. Sie seien ein fester Bestandteil der deutschen Städte gewesen. Fast alle seien während der NS-Diktatur zerstört worden.

Die Ausstellung will anhand von 16 detailreichen Holzmodellen die Entwicklung des Synagogenbaus verdeutlichen: von den in Hinterhöfen versteckten Bauten des Barock über die ersten im Stadtbild sichtbaren klassizistischen Synagogen bis zu den monumentalen Bauwerken der Gründerzeit. Die Modelle wurden von der Forschungsstelle "Bet Tfila" für jüdische Architektur in Europa an der Technischen Universität Braunschweig erarbeitet.

Die Universität erforscht seit einigen Jahren gemeinsam mit dem "Center for Jewish Art" der Hebräischen Universität Jerusalem jüdische Ritualbauten, unter ihnen auch Ritualbäder und Friedhofsgebäude. Dabei wurden zahlreiche umgebaute oder 1938 zerstörte Synagogen rekonstruiert. Die Ausstellung führe den einstigen Reichtum dieser verlorenen Architektur vor Augen, hieß es. Ergänzt wird sie durch rituelle und sakrale Gegenstände aus den Sammlungen des Museums, des Hildesheimer Stadtarchivs und von Privatsammlern.

Anlass für die Ausstellung ist das zehnjährige Bestehen der Jüdischen Gemeinde Hildesheim. Die Gemeinde hat nach Angaben ihres Vorsitzenden Wolf-Georg von Eickstedt etwa 35 Mitglieder, überwiegend Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. (Internet: www.rpmuseum.de)

(epd Niedersachsen-Bremen/b0793/21.03.07)
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