Celle verliert kirchliche Tagungsstätte

Nachricht 22. März 2007

Celle (epd). Das Predigerseminar in Celle steht endgültig vor dem Aus. Nachdem die hannoversche Landeskirche beschlossen hatte, die Ausbildungsstätte für angehende Pastoren Ende 2008 zu schließen, sind jetzt Pläne gescheitert, die Einrichtung als kirchliches Tagungshaus zu erhalten. Bemühungen, das Haus in kirchlicher Trägerschaft weiterzuführen, seien erfolglos geblieben, sagte ein Sprecher der Landeskirche am Donnerstag dem epd.

Nach seinen Angaben hat es Gespräche auf Ebene der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) gegeben. Beide Kirchenverbünde hätten keine finanziellen Möglichkeiten gesehen, eine Trägerschaft zu übernehmen, sagte er. Auch die Landeskirche könne das Haus nicht weiterführen. Sie werde sich aber weiter um eine Nachnutzung bemühen. Die Mitarbeiter seien am Donnerstag darüber informiert worden.

Die 16 Mitarbeiter des Predigerseminars hatten mehr als 800 Unterschriften von Tagungsgästen gesammelt, die sich für den Erhalt des Hauses einsetzen. Es waren unter anderem Ideen für ein kirchliches "Zentrum Ehrenamt" entwickelt worden. Auf dem Gelände des Predigerseminars befindet sich zur Zeit noch das Gemeindekolleg der VELKD, das Ausgangspunkt für ein solches Zentrum hätte werden können.

Ein Zentrum für die Ausbildung Ehrenamtlicher wäre "eine spannende Chance" für die Landeskirche gewesen, sagte die Leiterin des Predigerseminares, Pastorin Nicola Wendebourg. Die Celler Tagungsstätte sei gut ausgebucht, habe unter anderem eine eigene Kapelle und eine schöne Atmosphäre. "Ich wünsche mir, dass die Gebäude in irgendeiner Weise nachgenutzt und die Mitarbeiter möglichst übernommen werden", sagte Wendebourg.

Das Haus in Celle wurde 1958 als theologische Akademie gegründet. Seit 1990 werden hier Vikare auf den Pfarrdienst vorbereitet. Die hannoversche Landeskirche hatte beschlossen, die Pastoren-Ausbildung im Kloster Loccum bei Nienburg zu konzentrieren. In Zukunft würden nur noch 32 neue Vikare pro Jahr erwartet. Für sie sei ein einziges Predigerseminar ausreichend. Finanzielle und historische Gründe sprächen dabei für Loccum.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0810/22.03.07)
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