Ministerin und Bischof: Mehr Einsatz gegen Kinderarmut

Nachricht 21. März 2007

Hannover (epd). Die niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) hat die Bedeutung von Bildung und Ausbildung für eine zukunftsfähige Gesellschaft betont. "Kinder sind das Wertvollste in unserer Gesellschaft", sagte sie am Dienstag in Hannover bei einem Gespräch der CDU-Landtagsfraktion über "Kinderarmut in Niedersachsen". Alle seien aufgerufen, die Spirale der Armut zu durchbrechen. Auch der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber forderte die Politiker zu einem stärkeren Einsatz gegen die Kinderarmut in Deutschland auf.

Es sei dramatisch, dass in Deutschland etwa zwei Millionen Kinder und Jugendliche auf Sozialhilfe-Niveau lebten, sagte Weber als Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Sie hätten weniger Geld, eine schlechtere Gesundheit und weniger Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Das führe in eine "Sinn-Armut" mit Ausgrenzung und dem Verlust von Lebensperspektiven.

Die Gesellschaft müsse sich ihrer ärmsten Mitglieder annehmen, forderte der Bischof. Arme Menschen seien keine "tragischen Einzelfälle". Es zeuge von Hochmut statt von Barmherzigkeit, soziales Scheitern als eigenes Versagen zu stigmatisieren. Ein Grundproblem der Armen sei, dass man sie nicht in ihrer Menschenwürde respektiere. Die Kirche stehe auf Seiten der Armen, sagte Weber. Schon die Bibel zeige Wege, die Kluft zwischen Reich und Arm zu überwinden.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0789/20.03.07)
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