Wulff würdigt Andor Izsaks Verdienste um jüdische Musik

Nachricht 18. März 2007

Hannover (epd). Professor Andor Izsak, Gründer und Leiter des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik, ist am Sonntag in Hannover für sein Lebenswerk geehrt worden. Die Stiftung Bibel und Kultur zeichnete den Komponisten und Musikwissenschaftler für seinen "unermüdlichen Einsatz in der verlorenen Tradition jüdischen Tempelgesangs und jüdischer Orgelmusik" aus. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) würdigte Izsak als einen der "engagiertesten Musikwissenschaftler unserer Zeit".

Iszak habe der synagogalen Musik "wieder eine feste und unüberhörbare Stimme gegeben", sagte Wulff in seiner Laudatio in der hannoverschen Marktkirche. Mit seinen Forschungen, aber auch mit seinen weltweiten Verbindungen und seiner Aufführungspraxis habe er der jüdischen Bevölkerung und ganz Deutschland ein Stück kultureller Identität zurückgegeben. Ein besonderes Anliegen des gebürtigen Ungarn sei die jüdisch-christliche Verständigung, hob der Ministerpräsident hervor. Izsak wurde 1944 in Budapest geboren und studierte dort Musik. 1983 kam er nach Deutschland und gründete 1988 in Verbindung mit der Universität Augsburg das Europäische Zentrum für Jüdische Musik. Seit 15 Jahren ist es in Hannover ansässig. 1995 wurde es der Hochschule für Musik und Theater als Institut angegliedert. Mit der Einführung des Studienganges "Synagogale Musik" wurde Izsak auf eine Professur berufen.

Auf Izsaks Betreiben wurde die Siegmund-Seligmann-Stiftung gegründet, die in der Villa eines früheren Industriellen in Hannover ein "Haus der Jüdischen Musik" einrichten wird. Dort werde im nächsten Jahr eine Stätte der Begegnung und des gegenseitigen Kennenlernens entstehen, sagte Wulff als Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung. Der jüdische Unternehmer Siegmund Seligmann führte den Reifen-Firma "Continental" Anfang des 20. Jahrhunderts zur Weltgeltung.

Die ökumenische Stiftung Bibel und Kultur mit Sitz in Stuttgart wurde nach eigenen Angaben 1987 gegründet, um die Bedeutung der Bibel im Kultur- und Geistesleben zu stärken. Das Stiftungskapital stellten evangelische Landeskirchen, katholische Bistümer und die Deutsche Bibelgesellschaft bereit. (Internet: www.bibelundkultur.de)

(epd Niedersachsen-Bremen/b0749/17.03.07)
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