Wissenschaftliche Tagung zu Organtransplantationen

Nachricht 13. März 2007

Hannover/Loccum (epd). Die Probleme bei Organ- und Gewebetransplantationen stehen im Mittelpunkt einer Tagung der Evangelischen Akademie Loccum. Das Transplantationsgesetz, das vor zehn Jahren verabschiedet worden sei, habe den drückenden Organmangel nicht beheben können, sagte Pastor Ralph Charbonnier vom Zentrum für Gesundheitsethik der hannoverschen Landeskirche: "Die Situation hat sich sogar noch verschärft." Das Zentrum veranstaltet die Tagung vom 27. bis 29. April gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universität Bayreuth.

Nach wie vor seien zu wenige Menschen bereit zur Organspende, während immer mehr Organe gebraucht würden, sagte Charbonnier. Es gebe viele Fragen zu den Bedingungen der Organentnahme, möglichen Anreizen zur Spende und zu den Kriterien für die Verteilung. Auch die Bedeutung von Gewebetransplantationen wachse. Hierbei gehe es nicht nur um die Entnahme, Lagerung und Übertragung verschiedener Gewebearten, sondern auch um die Aufbereitung oder gar Züchtung menschlichen Gewebes.

Ein Entwurf der Bundesregierung für ein Gewebegesetz, der vorsieht, menschliches Gewebe unter das Arzneimittelgesetz zu stellen, sei umstritten und werde kontrovers diskutiert, sagte Charbonnier. Ziel der Tagung mit namhaften Transplantationsmedizinern aus ganz Deutschland sei es, Probleme zu benennen und Reformvorschläge zu überprüfen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0709/13.03.07)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen