Auf einen Blick (12.3.)

Nachricht 12. März 2007

Bündnis fordert stärkeren Kampf gegen Aids in Osteuropa

Bremen (epd). Das deutsche "Aktionsbündnis gegen Aids" hat staatliche Stellen besonders in Osteuropa zu einem stärkeren Kampf gegen HIV und Aids aufgerufen. In keinem anderen Teil der Erde seien so viele Neuinfektionen zu verzeichnen, sagte Bündnis-Sprecher Rainer Seybold am Montag bei einer Demonstration zu Beginn einer EU-Ministerkonferenz zum weltweiten Kampf gegen HIV und Aids in Bremen. Doch nach wie vor würden viele Betroffene in Osteuropa diskriminiert. Nur eine Minderheit erhalte lebenswichtige Medikamente.

"Wir erwarten ein Umdenken von der russischen und anderen osteuropäischen Regierungen", forderte Seybold für das Bündnis, zu dem 100 Organisationen gehören. Wirksame Schutz-Programme könnten nur erreicht werden, wenn Regierungsstellen mit nicht-staatlichen Partnern und den Betroffenen enger und besser als bisher kooperierten.

In der zurückliegenden Woche hatte das Bundeskabinett die Mittel zur weltweiten Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose um ein Drittel auf 400 Millionen Euro erhöht. Das Aktionsbündnis begrüßte diesen Schritt, schränkte aber ein, angemessen für Deutschland wären 700 Millionen Euro. Ähnlich argumentiert auch das kirchliche Hilfswerk "Brot für die Welt". Osteuropa und Zentralasien verzeichnen nach Informationen des UN-Aids-Bekämpfungsprogramms UNAIDS mit 70 Prozent die weltweit höchste Rate der Neuinfektionen mit dem HI-Virus.

Internet: www.aids-kampagne.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b0694/12.03.07)
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Das Thema der Woche: atmosfair Borkum statt Bali – oder für die Besserverdiener: Sylt statt Seychellen. Mit solchen Parolen mischt sich der eine oder andere Politiker jetzt in die Klimadebatte ein. Am Pranger stehen die Flugreisen. Katja Jacob, kann den Fliegen Sünde sein? Sagen wir es mal so : eine Ökosünde begehst du sicherlich.....
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Verfassungsbeschwerde im Fall Salame nicht angenommen

Hildesheim/Göttingen (epd). Die vor mehr als zwei Jahren vom Kreis Hildesheim in die Türkei abgeschobene Kurdin Gazale Salame und ihre beiden jüngsten Kinder dürfen vorerst nicht nach Deutschland zurückkehren. Das Bundesverfassungsgericht habe eine Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen, sagte die Göttinger Rechtsanwältin Silke Schäfer am Montag. Der Beschluss sei nicht begründet worden.

Mit der Beschwerde wollte Schäfer erreichen, dass das Verfassungsgericht eine voraus gegangene Entscheidung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichtes (OVG) rügt und eine Wiedereinreise Salames und ihrer Kinder ermöglicht. Im Kreis Hildesheim leben Salames Ehemann Ahmed Siala und zwei weitere Töchter des Paares. Unterstützer der Familie äußerten sich am Montag bestürzt über die Entscheidung der Verfassungsrichter.

Der Kreis Hildesheim hatte im Februar 2005 die damals schwangere Salame sowie ihre jüngste Tochter abgeschoben, während ihr Mann die beiden anderen Töchter in den Kindergarten brachte. Die vom Kreis ebenfalls verfügte Abschiebung Sialas war vom Verwaltungsgericht Hannover später für unrechtmäßig erklärt worden.

Das OVG hatte nach langem Rechtsstreit Anfang des Jahres ein Recht auf Wiedereinreise für Salame verneint. Weil Siala und die beiden älteren Kinder keinen gesicherten Aufenthaltsstatus in der Bundesrepublik hätten, bestehe kein Recht auf Zusammenführung der Familie in Deutschland. Aus Sicht des OVG gilt für abgeschobene Ausländer zudem ein generelles Verbot der Wiedereinreise.

Die Familien Salame und Siala gehören zu den Mahalmi, einer den Kurden verwandten Volksgruppe, die in den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts von der Türkei in den Libanon auswanderte. Als dort der Bürgerkrieg ausbrach, flohen viele Mahalmi nach Deutschland. Gazale Salame und Ahmed Siala erhielten als "staatenlose Kurden" zunächst ein Aufenthaltsrecht.

Später fand der Kreis Hildesheim heraus, dass Salames Eltern noch in der Türkei registriert waren. Die Behörde warf der Frau vor, bei ihrer Einreise als Siebenjährige falsche Angaben über ihre Herkunft gemacht und ihre türkische Staatsangehörigkeit verschleiert zu haben. Zahlreiche Persönlichkeiten, darunter auch die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann, setzten sich für eine Rückkehr Salames nach Deutschland ein. Unterstützer der Familie haben mehrfach berichtet, dass es Salame gesundheitlich sehr schlecht geht.

Der Kreis Hildesheim erklärte, die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes sei "unanfechtbar". Nach der Einschätzung von Rechtsanwältin Schäfer sind die juristischen Möglichkeiten allerdings noch nicht ausgeschöpft. Sie regte am Montag ein Eilverfahren beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an.

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Auktion für Wiederaufbau von Synagoge in Göttingen

Göttingen (epd). Die Jüdische Gemeinde Göttingen hat zu Spenden für den Wiederaufbau einer Landsynagoge aus dem Weserdorf Bodenfelde in Göttingen aufgerufen. Auch bei einer Auktion von 20 Bildern am Sonntag soll Geld für diesen Zweck eingesammelt werden, teilte die Gemeinde mit. Dabei werden von elf Uhr an im Alten Rathaus Gemälde Göttinger Schüler zur Restaurierung der Synagoge versteigert.

Der Aufbau der Synagoge auf dem Grundstück der Jüdischen Gemeinde sorgt bundesweit für Aufsehen. Das rund 64 Quadratmeter große Gebäude war 1825 errichtet worden und überstand als eine von wenigen Synagogen die Pogromnacht im November 1938 ohne größere Schäden. Mitglieder der Gemeinde entdeckten vor zehn Jahren die bis zuletzt als Scheune genutzte Synagoge.

Im vergangenen Oktober begann der originalgetreue Wiederaufbau der Synagoge. Die Fachwerk-Synagoge soll Ende dieses Jahres fertig gestellt sein und eingeweiht werden. Die Arbeiten sind auch im Internet zu verfolgen (www.wichers-bodenfelde)

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Briefmarke erinnert an Paul Gerhardt

Hannover (epd). Zur Erinnerung an den vor 400 Jahren geborenen evangelischen Liederdichter Paul Gerhardt (1607-1676) erscheint eine Sonderbriefmarke. Am Mittwoch werde die 55-Cent-Marke in der Nikolaikirche zu Berlin vorgestellt, teilte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Montag in Hannover mit. Paul Gerhardt wurde am 12. März 1607 in Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt) geboren.

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„Gast auf Erden“ – Paul Gerhardt neu entdeckt Berliner Jazz-Sängerin Sarah Kaiser gibt Konzert in Stader Markus-Kirche

Stade/Elbe-Weser. Ein besonderes Konzert wird es in Stade zum 400. Geburtstag von Paul Gerhardt geben: Am Donnerstag, 26. April 2007 gastiert die renommierte Sängerin Sarah Kaiser mit ihrer Band in der Markus-Kirche in Stade-Hahle. Unter dem Titel „Gast auf Erden“ stellt sie ausgewählte Lieder des bekanntesten evangelischen Kirchenlieddichters in neuen Arrangements vor. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr und wird gemeinsam von der Stader Bibel- und Missionsgesellschaft sowie der evangelisch-lutherischen Markusgemeinde veranstaltet.

Ob in Musikclubs, in Kirchen oder auf Festivals: Sarah Kaiser’s Paul-Gerhardt-Interpretationen berühren die Herzen auf ganz besondere Weise. Denn ihre Arrangements zwischen Soul, Gospel, R&B, Jazz und Pop lassen Bekanntes ganz neu klingen. Vertraute Lieder wie „Befiehl du deine Wege“, „Die güldne Sonne“ oder auch „Nun ruhen alle Wälder“ sprechen auch heute noch mit ihren poetischen Worten und einfühlsamen Melodien viele Menschen tief an.

Die gebürtige Berlinerin studierte Jazzgesang in Londen, den USA und Berlin. Sie war unter anderem Mitglied im renommierten „London Communitiy Gospel Choir“. In den letzten Jahren arbeitete sie u.a. mit Beatbetrieb zusammen und hatte zahlreiche TV- und Radioauftritte.

Während des Konzertes wird es kurze Erläuterungen zum Werk Paul Gerhardts von Pastor i.R. Dr. Helmut Roscher aus Buxtehude geben. Gerhardt, der mit 139 Liedern und Gedichten ein eher schmales Werk im Vergleich zu anderen berühmten Poeten hinterlassen hat, lebte während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648). Diese Epoche hat sein Leben und Werk geprägt. So unterschiedliche Persönlichkeiten wie Dietrich Bonhoeffer, Theodor Fontane oder auch Robert Gernhardt haben seine Lieder getröstet oder auch zum Widerspruch gereizt. Mit einer eigenen Internetpräsenz (www.paul-gerhardt-jahr.de) und zahlreichen Veranstaltungen würdigt die Evangelische Kirche in Deutschland ihren bedeutendsten Dichter.

www.sprengel-stade.de
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Das Zitat

"Jesus kummt to Welt"

"Maria un Josef mutten in een Stall slapen. Dor brengt Maria nu ehrn eersten Jung to Welt. Se wickelt em in een Windeldook un leggt em in een Krüff."

Aus der Weihnachtsgeschichte in "Dat groote Bibel-Billerbook up Platt.

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