Auf einen Blick (9.3.)

Nachricht 09. März 2007

Bischof Weber neuer ACK-Vorsitzender

Frankfurt a.M./Braunschweig (epd). Der Braunschweiger Bischof Friedrich Weber (58) ist neuer Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Der evangelische Theologe folgt dem methodistischen Altbischof Walter Klaiber, der sechs Jahre lang an der Spitze des Dachverbandes von 16 Kirchen und christlichen Gemeinschaften stand, wie die ACK am Freitag in Frankfurt mitteilte.

Bischof Weber ist auch Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) für die Beziehungen zur katholischen Kirche. Weber sagte dem epd am Freitag, mit der Übernahme des neuen Amtes in der ACK konzentrierten die protestantischen Kirchen ihr Engagement in der Ökumene.

Bischof Klaiber wurde mit weiteren ACK-Vorstandsmitgliedern in Berlin verabschiedet, hieß es weiter. Darunter waren die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen, Metropolit Augoustinos sowie Bischof Heinz Algermissen (Fulda) von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Neu im ACK-Vorstand ist unter anderen der römisch-katholische Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller.

Der 1948 gegründeten ACK gehören die Evangelische Kirche in Deutschland, die römisch-katholische Kirche, orthodoxe und orientalisch-orthodoxe Kirchen sowie die alt-katholische Kirche und evangelische Freikirchen an. Ziel des nationalen Kirchenrates ist die Förderung der Einheit der Christen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0677/09.03.07)
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Kirchenkreis Cuxhaven gegen geplante Elbvertiefung

Cuxhaven/Stade (epd). Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis in Cuxhaven hat sich mit einer Resolution gegen die geplante neue Elbvertiefung ausgesprochen. In dem von Superintendentin Almuth von der Recke unterzeichneten Papier wird der Niedersächsische Landtag aufgefordert, dem von Hamburg geforderten weiteren Ausbaggern der Fahrrinnen in der Unterelbe nicht zuzustimmen. Die Folgen seien zurzeit nicht kalkulierbar, urteilt der Kirchenkreisvorstand in seinem Appell.

Damit die neuerliche Elbvertiefung starten kann, ist das Einvernehmen der betroffenen Anrainer-Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein erforderlich. Die nicht vorhersehbaren Folgen träfen alles Leben entlang der Unterelbe, warnen nun die evangelischen Christen und verbünden sich so mit anderen Kritikern wie Naturschützern, Kommunen und Landwirten. "Die Bewahrung der Schöpfung verstehen wir als einen Dienst an Menschen und der Mitwelt", heißt es in der Resolution.

Hamburg hatte im September des vergangenen Jahres den Antrag auf ein weiteres Ausbaggern der Fahrrinnen gestellt. Nur so könne der Hafen der Hansestadt den künftigen Container-Verkehr bewältigen. Die Planfeststellungsunterlagen sind nach jahrelangen Vorbereitungen gerade bei den Kommunen links und rechts der Elbe eingetroffen, damit dort Stellungnahmen formuliert werden können. Die Frist zur Abgabe läuft am 4. Mai ab. Zu kurz, sagen viele der Betroffenen. So hat der Landkreis Cuxhaven bereits eine Fristverlängerung beantragt.

Auch der Bund plädiert für eine Vertiefung. Am kommenden Dienstag will Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) nach Stade kommen, um beim Mittelstandstag über das Thema zu reden. Die Kreisbauernverbände Stade und Land Hadeln kämpfen gemeinsam gegen die Elbvertiefung: Unter dem Motto "Fackeln auf dem Deich" wollen sie am 18. März ab 19 Uhr zwischen Cuxhaven und Hamburg für ihre Interessen demonstrieren. (Internet: www.kirche-cuxhaven.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b0674/09.03.07)
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Bremer Palliativ-Kongress erwartet 500 Experten

Bremen (epd). Etwa 500 Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter und Pflegekräfte aus ganz Deutschland werden am 16. und 17. März zum fünften Bremer Kongress für Palliativmedizin erwartet. Bei dem Treffen im Veranstaltungszentrum "Glocke" gehe es vor allem um Grenzsituationen in der Medizin, teilten die Organisatoren am Freitag mit. Zur Eröffnung spricht die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann.

Im Vortrag und anschließend im Plenum und in Arbeitsgruppen soll unter anderem darüber nachgedacht werden, wie einem todkranken Patienten ein würdevolles Sterben ermöglicht werden kann. Außerdem geht es um die Frage, ob Rettungs- und Palliativmedizin im Widerspruch stehen. Während der Tagung unter dem Titel "Grenzüberschreitungen" wird auch diskutiert, wie die stationäre und die ambulante Versorgung sterbenskranker Menschen besser verknüpft werden können.

Der Begriff "Palliativ" leitet sich vom lateinischen Wort "Pallium" für Mantel oder Umhang ab und steht für die Linderung von Schmerzen sowie für den Schutz von Kranken. Palliativmedizin gilt als älteste ärztliche Aufgabe: die Linderung von Leiden sowie die Kontrolle der Schmerzen, wenn eine Heilung oder Lebensverlängerung nicht mehr möglich ist. Dies betrifft vor allem krebskranke Menschen. (Internet: www.gesundheitnord.de)

(epd Niedersachsen-Bremen/b0678/09.03.07)
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Hospiz- und Palliativdienste mit eigener Homepage

Göttingen (epd). Die Palliativ- und Hospizdienste in Südniedersachsen wollen ihre Arbeit enger verzahnen. Seit Montag informiert das neu gegründete Netzwerk Palliativversorgung Göttingen mit einer eigene Internetseite über Angebote in der Region (www.palliativ-hospiz-goettingen.de). Dort gibt es nicht nur Angaben zu Hospizen und palliativmedizinischen Einrichtungen, sondern auch über Pflegedienste, Ärzte, Therapeuten, Seelsorge und Initiativen für die Trauerbegleitung.

"Wir wollen noch breitere Informationsmöglichkeiten geben und aufzeigen, was es für Einrichtungen gibt", sagte einer der Initiatoren des Netzwerks, Pastor Matthias Opitz. Vorrangiges Ziel des Netzwerks ist es, die unterschiedlichen palliativen Angebote in Göttingen zu koordinieren und ihre Qualität zu sichern.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0585/05.03.07)
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Ministerium gegen Benachteiligung armer Konfirmanden

Hannover (epd). Das niedersächsische Sozialministerium will sich dafür einsetzen, dass Geldgeschenke zur Konfirmation bei Hartz-IV-Empfängern nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden. "Das Bundesarbeitsministerium vertritt hier eine harte Linie", sagte der Sprecher des Landesministeriums, Thomas Spieker, am Freitag. In Gesprächen wolle man darauf hinwirken, dass das Berliner Ministerium seine Haltung überdenke.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gilt eine Regelung, nach der Geldgeschenke ab 50 Euro im Jahr auf das Sozialgeld des Kindes angerechnet werden. Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hatte dies am Donnerstag kritisiert: "Die Reichen dürfen ihre Geschenke behalten, die Armen müssen sie abgeben", sagte sie. Die örtlichen Behörden können von einer Verrechnung jedoch absehen, wenn Geldgeschenke für einen festen Zweck bestimmt sind, etwa für den Kauf eines Fahrrades.

Spieker wies darauf hin, dass die örtlichen Behörden in dieser Frage einen eigenen Bewertungsspielraum hätten. Diesen sollten sie genau bedenken: "Die Verantwortung liegt vor Ort." Das Landesministerium könne den Behörden hier keine Anweisungen geben.

In Rotenburg/Wümme hatte im vergangenen Jahr eine Familie gegenüber den Behörden angegeben, ihre beiden Zwillingstöchter hätten zur Konfirmation Geldgeschenke von rund 800 Euro erhalten. Die Behörden werteten dies als zusätzliches Einkommen. Das Arbeitslosengeld II wurde entsprechend gekürzt.

Die evangelische Kirche in Rotenburg entwickelte daraufhin einen Ratgeber, der Auskunft darüber gibt, wie Geldgeschenke für die Kinder von Hartz-IV-Empfängern beschaffen sein sollten. Neben einer konkreten Zweckbestimmung ist danach auch ein Sparbuch auf den Namen des Schenkenden denkbar.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0676/09.03.07)
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S. dazu auch ein Merkblatt

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Michaeliskirche Hildesheim zu Pfingsten wieder geöffnet

Hildesheim (epd). Die zum Weltkulturerbe zählende St. Michaeliskirche in Hildesheim wird voraussichtlich zu Pfingsten wieder geöffnet. Der erste Sanierungsabschnitt sei dann beendet, sagte der Kirchenvorstandsvorsitzende Jens Kotlenga am Freitag dem epd. Die evangelische Kirche erhielt unter anderem einen neuen Fußboden, eine neue Heizung und neue Stühle. Zudem wurde ein Kellerraum geschaffen, um Stühle einzulagern. Die Kirche soll zu ihrem 1.000-jährigen Gründungsjubiläum 2010 für rund 4,5 Millionen Euro umfassend restauriert werden.

Reparaturen an beschädigten historischen Säulen hätten die Sanierung gegenüber der bisherigen Planung deutlich verteuert, erläuterte Kotlenga. Der zweite Bauabschnitt soll unmittelbar nach Pfingsten beginnen. Dabei sollen die Farbfassung, die Beleuchtung und die Beschallungsanlage erneuert werden. Auch die Decken in den Seitenschiffen und die oberen Fenster werden saniert: "Teile der Kirche werden dann mit rotem Flatterband abgetrennt sein." Um den Altarraum neu gestalten zu können, will die Kirchengemeinde einen Künstler-Wettbewerb ausschreiben.

Die im Stil einer mittelalterlichen Gottesburg errichtete Kirche mit sechs Türmen wurde 1010 von Bischof Bernward von Hildesheim gegründet. Die Sanierung begann im September 2005. Seither ist die Kirche geschlossen. Freunde und Förderer der Kirche beteiligen sich mit Spenden an der Restaurierung, unter anderem durch den symbolischen Kauf von Fußbodenplatten und Stühlen. In weiteren Bauabschnitten soll auch die Außenfassade erneuert werden. (epd Niedersachsen-Bremen/b0679/09.03.07)
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