Das Thema: Konfirmation

Nachricht 07. März 2007

Das aktuelle Stichwort: Konfirmation, Kommunion und Jugendweihe

Hannover (epd). Die evangelische Konfirmation ist seit dem 19. Jahrhundert in ganz Deutschland üblich. Sie ist der katholischen Erstkommunion näher als der Firmung. In Ostdeutschland ist die Jugendweihe ein weiterhin verbreitetes Familienfest. Der lateinische Begriff Konfirmation bedeutet "Befestigung" oder "Stärkung". Die Konfirmation bekräftigt das Sakrament der Taufe. Um Ostern lassen sich fast alle getauften evangelischen Jugendlichen im Alter von 13 oder 14 Jahren konfirmieren, 2005 waren es rund 275.000.

Im Konfirmationsgottesdienst wird ihnen ein Spruch aus der Bibel auf den Lebensweg mitgegeben, und sie werden zu mündigen Mitgliedern der Kirchengemeinde. So dürfen sie dann in allen evangelischen Kirchen am Abendmahl teilnehmen, Taufpate werden und den Gemeindevorstand wählen.

In der katholischen Kirche wird die Taufe durch das Sakrament der Firmung bekräftigt. Mit der Erstkommunion nehmen junge Katholiken jedoch schon als Zweit- oder Drittklässler zum ersten Mal am Abendmahl und an der Beichte teil. Sie können dann auch schon Taufpate werden. 2005 nahmen rund 260.000 Kinder an der Erstkommunion teil.

Die Firmung, die zwischen dem zwölften oder 13. und dem 17. Lebensjahr üblich ist, vollendet die Taufe. Der Pfarrer legt den Firmlingen die Hand auf und salbt sie mit Öl. Gegenüber der Erstkommunion hat die Firmung als neuer Lebensabschnitt eine geringere Bedeutung, was auch die kleinere Zahl der wenig mehr als 210.000 Firmlingen zeigt.

Die vor 150 Jahren entstandene religionskritische Jugendweihe, die in der DDR forciert wurde, ist in Ostdeutschland noch immer populär. Wichtigster Anbieter ist der "Verein Jugendweihe Deutschland". Rund 60.000 Jugendliche nahmen 2005 an den Jugendweihefeiern teil, der bisherige Höchststand lag 2000 bei rund 96.000. Etwa zehn Prozent der Jugendweihen werden vom Humanistischen Verband Deutschlands ausgerichtet. Die Kirchen lassen in der Regel niemanden zur Konfirmation, Erstkommunion und Firmung zu, der parallel an einer Jugendweihe teilnimmt.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0630/07.03.07)
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Fragen und Antworten zur Konfirmation

Hannover (epd). Für viele junge evangelische Christen ist die Konfirmation das größte Fest in ihrer Jugendzeit. Die evangelischen Kirchen laden zu dieser Feier der Taufbestätigung alle Jugendlichen im Alter von etwa 14 Jahren und ihre Familien ein. Im Blick auf die Konfirmation kommen häufig Fragen auf:

- Was ist das Ziel des Konfirmandenunterrichtes vor der Konfirmation?

Im Konfirmandenunterricht stehen Fragen über den Sinn des Lebens, über das Erwachsenwerden und den christlichen Glauben im Mittelpunkt. Die Jugendlichen debattieren miteinander und sollen entdecken, was für ihr Leben wichtig ist.

- Müssen die Eltern der Konfirmanden Mitglieder einer christlichen Kirche sein?

Nein. Die Eltern müssen keiner christlichen Kirche angehören.

- Müssen die Jugendlichen vor der Konfirmation getauft sein?

Ja. Die Taufe ist eine wichtige Voraussetzung für die Konfirmation. Mit ihrem "Ja" bei der Konfirmation bestätigen die jungen Menschen die Taufe. Die Taufe kann auch während der Unterrichtszeit oder im Konfirmationsgottesdienst nachgeholt werden.

- Welche Rechte erhalten die Jugendlichen bei der Konfirmation?

Nach der Konfirmation dürfen evangelische Christen offiziell am Abendmahl in allen evangelischen Kirche teilnehmen und ein Patenamt übernehmen - einige Kirchen lassen Kinder auch bereits vor der Konfirmation zum Abendmahl zu. In den meisten Kirchen ist die Konfirmation auch Voraussetzung für das kirchliche Wahlrecht und die Übernahme kirchlicher Ehrenämter.

- Können auch Erwachsene konfirmiert werden?

Ja. Getaufte Mitglieder der Kirche können nach einer entsprechenden Vorbereitungszeit konfirmiert werden. Diese wird mit der zuständigen Kirchengemeinde des eigenen Pfarrbezirkes vereinbart. Bei der Taufe eines Erwachsenen ist die Konfirmation allerdings nicht mehr notwendig, weil der Akt der Taufe und das mit der Konfirmation verbundene Glaubensbekenntnis zusammenfallen.

- Müssen Konfirmanden regelmäßig in die Kirche gehen?

In der Regel wird erwartet, dass die Jugendlichen den Gottesdienst am Sonntagvormittag besuchen. Je nach Angebot können das Jugend- oder Kindergottesdienste und andere kirchliche Veranstaltungen sein. Auch die Eltern der Konfirmanden laden die Kirchen dazu herzlich ein.

- Endet das Patenamt mit der Konfirmation?

Die Aufgaben der Paten enden offiziell mit der Konfirmation, weil die Jugendlichen damit religionsmündig werden. Die guten Kontakte zwischen Paten und Patenkindern können für die heranwachsenden Mädchen und Jungen aber weiter wichtig sein.

- Was soll mein Kind zur Konfirmation anziehen?

Die Kleidung sollte den festlichen Charakter des Tages unterstreichen. Es gibt allerdings örtlich und traditionell gebundene Unterschiede. Die Kleiderfrage sollten Eltern und Kinder gemeinsam klären oder beim Elternabend mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin besprechen.

- Was schenkt man den Jugendlichen zur Konfirmation?

Eine alte Tradition ist es, Konfirmanden eine Bibel oder ein Gesangbuch zu überreichen. Vielfach wird aber heute Bargeld verschenkt.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0631/07.03.07)
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Ein Schritt ins Erwachsenenleben - Die Konfirmation ist gefragtes Angebot und Fest des Übergangs

Von Karen Miether (epd)

Lüneburg (epd). Die Konfirmation gehört neben Hochzeit und Taufe zu den gefragtesten Angeboten der evangelischen Kirche. "Sie kann ein Fest sein, das ein Leben lang in Erinnerung bleibt", sagt der Lüneburger Pastor Folker Thamm. In den Wochen um Ostern lassen sich in Deutschland wieder rund 270.000 Mädchen und Jungen konfirmieren. Dabei gehe es nicht nur um Geldgeschenke, betont Thamm. Er spüre bei dem Fest "auch bei Rabauken und Kichertanten eine große Ernsthaftigkeit".

Mit der Konfirmation legen die etwa 13- bis 15-Jährigen ein öffentliches Bekenntnis zum Christentum ab und werden in die Gemeinde aufgenommen. In einem Gottesdienst wird ihnen die Hand aufgelegt, der Segen und ein persönliches Wort aus der Bibel zugesprochen. "Das zeigt die Verbundenheit zu Gott", sagt Thamms Konfirmandin Nele Annika Claaßen, die wie die meisten ihren Konfirmationsspruch selbst ausgewählt hat.

Im Schrank der 13-Jährigen hängen schon Blazer, weiße Bluse und schwarze Hose bereit. Zu Neles Festgarderobe gehören außerdem hochhackige Schuhe. "Früher hat man zur Konfirmation die erste Uhr bekommen. Ich habe auch das Gefühl, ich werde ein bisschen erwachsener", erzählt sie. Zu früheren Zeiten endete nach der Konfirmation zumeist die Schule und das Arbeitsleben begann. Heute bedeutet das Fest keinen so starken biografischen Einschnitt mehr.

Viele sehen dennoch in der Konfirmation und verwandten Festen wie der katholischen Firmung und der jüdischen Bar Mizwa auch einen Ritus, der den Wechsel zwischen Kindheit und Erwachsenwerden markiert. An der Bedeutsamkeit solcher Übergangsriten habe sich nichts geändert, sagt der Kinder- und Familienpsycholgoge Wolfgang Bergmann aus Hannover. Zeichenhandlungen, die in einer Kultur verankert seien, stärkten die Identität und stabilisierten die Jugendlichen.

"Die Konfirmation ist Teil der Familiengeschichte, sie wird von Oma und Onkel, von Papa und Mama als besonderes Zeichen des Lebensüberganges wahrgenommen und entsprechend von den Jugendlichen auch so verinnerlicht", erläutert Bergmann. Wichtig sei ein guter Unterricht. In der Regel besuchen die Mädchen und Jungen vor dem großen Tag zwischen sechs Monaten und zwei Jahren den Konfirmandenunterricht.

Nele und ihre Gruppe haben dabei zum Abschluss ein Glaubensbekenntnis in eigenen Worten aufgeschrieben. "Darin drücken wir unsere Vorstellungen über Gott aus", sagt die 13-Jährige, deren Text sogar im Festgottesdienst gesprochen werden soll. Mit der Konfirmation bestätigen die Jugendlichen ihre Taufe, bei der noch die Paten stellvertretend für sie das Bekenntnis abgelegt haben. Jetzt dürfen sie selbst Taufpate werden und offiziell am Abendmahl teilnehmen.

Begründet hat die Konfirmation der reformatorische Theologe Martin Bucer (1491-1551). Er führte sie als kirchliche Amtshandlung erstmals 1539 in Hessen ein. Doch erst im Pietismus des 18. Jahrhunderts, der die persönliche Frömmigkeit betonte, wurde die Konfirmation populär. Seit dem 19. Jahrhundert ist sie allgemein in Deutschland üblich. Heute lassen sich nach Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland nahezu alle Getauften auch konfirmieren.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0598/07.03.07)
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Konfirmation - Fest der Wandlung

Frankfurt a.M./Hannover (epd). In den Wochen um Ostern lassen sich in Deutschland wieder rund 275.000 evangelische Mädchen und Jungen konfirmieren. Mit Hochzeit und Taufe gehört das in der Regel zwischen Palmsonntag und Pfingsten liegende Fest zu den gefragtesten kirchlichen Angeboten. Nach Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gehen fast alle getauften Jugendlichen eines Jahrgangs im Alter von etwa 14 Jahren zur Konfirmation. Die Zahl der Konfirmierten hat seit Ende der neunziger Jahre sogar zugenommen.

Früher war die Konfirmation ein biografischer Einschnitt. Viele Kinder verließen die Schule und traten eine Lehre an. Der Ritus wurde so auch zum Zeichen des Wechsels zwischen Kindheit und Erwachsenwerden und leitete die Ablösung von den Eltern ein. Obwohl heutige Konfirmanden noch lange Jugendliche bleiben, bleibt die Konfirmation ein Fest des Wandels - allerdings mehr im Blick auf körperliche und seelische Umwälzungen in dieser Lebensstufe.

Mit der Konfirmation - aus dem Lateinischen für "Befestigung" oder "Stärkung" - bestätigen die Jugendlichen ihre Taufe. Sie legen damit ein öffentliches Bekenntnis zum Christentum ab und werden in die Gemeinde aufgenommen. Sie dürfen damit auch offiziell am Abendmahl in allen evangelischen Kirchen teilnehmen. Einige Kirchen lassen Kinder auch vor der Konfirmation zum Abendmahl zu.

Konfirmierte dürfen auch das Amt eines Taufpaten ausüben. Zuvor haben sie je nach Gemeinde meist ein Jahr lang den Konfirmandenunterricht besucht. Die Konfirmation ist kein Sakrament wie die Firmung in der katholischen Kirche.

Als Begründer der Konfirmation gilt der aus dem Elsass stammende reformatorische Theologe Martin Bucer (1491-1551), der sie zunächst in Hessen verwirklichen konnte. Durchgesetzt hat sich die Konfirmation erst im Pietismus des 18. Jahrhunderts. Diese bis heute aktive christliche Bewegung betont vor allem die Bedeutung der persönlichen Frömmigkeit. In einigen Gegenden ging aus der Konfirmation die allgemein bildende Volksschule hervor. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Feier in ganz Deutschland üblich.

An Wendepunkten des Lebens ¬ wie Taufe, Konfirmation und Hochzeit - spielt die Kirche nach wie vor eine wichtige Rolle. Die Kirchen erfüllen Umfragen zufolge damit weiterhin eine Rahmenfunktion für die Gesellschaft und für die Biografien der Kirchenmitglieder.

Als Alternative zur Konfirmation ist die Jugendweihe in Ostdeutschland weiterhin beliebt. Nach Angaben des Vereins "Jugendweihe Deutschland" haben 2005 rund 60.000 Jugendliche an einer solchen Feier teilgenommen. Auch bei Nichtchristen gebe es ein Bedürfnis nach einer würdigen Lebensabschnittsfeier, heißt es zur Begründung. Die evangelische Kirche rät getauften Jugendlichen dagegen davon ab, neben der Konfirmation an einer Jugendweihe teilzunehmen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0633/07.03.07)
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Konfirmation feiern in Scheidungsfamilien - Kirchliche - Stellen helfen bei einem schwierigen Balanceakt

Stuttgart/Hannover (epd). Wie gelingt eine Konfirmationsfeier, wenn die Eltern geschieden sind? Bei einem Fest werden solche Brüche besonders erlebbar. Einige Jugendliche verweigern deshalb sogar die Konfirmation. Als Hilfe hat die Arbeitsgemeinschaft für allein erziehende Mütter und Väter im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland eine Broschüre mit Anregungen herausgegeben. Zudem gibt es Seminarangebote.

Patentrezepte gibt es in diesem Bereich nicht, unterstreicht Ilse Ostertag vom Evangelischen Gemeindedienst in Stuttgart. Zu individuell seien die familiären Konstellationen. Ziel der Seminare vor Konfirmationen sei es, Betroffene - das sind zumeist Mütter - zu entlasten und zu ermutigen. Sie sollen im Austausch Rückhalt finden, das anstehende Fest so zu gestalten, dass sich die Konfirmanden später gerne daran erinnern.

"Das ist eine besondere Herausforderung", betont Ostertag. Neben den Bedürfnissen des Jugendlichen gebe es bei der Konfirmation sehr oft noch nicht verheilte tiefe Verletzungen zwischen den geschiedenen Eltern. In manchen getrennten Familien könnten problemlos Lösungen gefunden werden, in anderen bleibe der Balanceakt bis zuletzt schwierig für alle.

Für viele beginne der Stress schon ein Jahr vor dem Fest, wenn überlegt wird, wen man "gefahrlos" einladen könne oder wolle, ohne Streit zu riskieren - die Großeltern, die Elternteile, neue Partner und Partnerinnen. Auch die Aufteilung der Kosten wird oft zur Krise.

Ist die Beziehung noch von Schwierigkeiten geprägt, wird manchmal eine Lösung gewählt wie "Mittagessen mit der Papa-Familie und anschließend Kaffee mit der Mama-Familie". Aber auch krasse Fälle hat Ostertag schon erlebt, wie eine Konfirmation, die geheim gehalten und im Nachbarort gefeiert wurde. Die Referentin appelliert an Pfarrerinnen und Pfarrer, ihre Konfirmanden sensibel zu beobachten, ob eine Familie bei der Lösung solcher Konflikte Hilfe braucht.

Information: Die Broschüre "Damit das Fest zum Fest wird - Feste feiern in Ein-Eltern-Familien" gibt es beim Diakonischen Werk der EKD, Reichensteiner Weg 24, 14195 Berlin, Telefon 030/83001-0.

Internet: www.diakonie.de/downloads/Feste-feiern-AGAE.pdf.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0632/07.03.07)
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