Landesbischöfin: Netzwerk Mirjam / Scientology / Familienpolitik

Nachricht 06. März 2007

Landesbischöfin: Schwangere nicht allein lassen

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat gefordert, schwangere Frauen in Konflikten nicht allein zu lassen. Zum sechsjährigen Bestehen des Netzwerks Mirjam in Hannover sagte sie am Montag, dort würden Frauen in Not nicht verurteilt, sondern angenommen, um ihnen und ihrem Kind eine Zukunft zu eröffnen. Die gegenwärtige Diskussion in der Familienpolitik setze Frauen noch mehr unter Druck, beklagte Käßmann: "Wie immer Frauen leben, es wird kritisiert."

Das Netzwerk Mirjam habe bisher 44 Frauen helfen können, berichtete Barbara Witthohn als Koordinatorin. Nur sieben hätten anonym bleiben wollen. Sechs Neugeborene wurden abgegeben, seit ein "Babykörbchen" am Friederikenstift eingerichtet wurde. Zentral sei die kostenlose Notrufnummer 0800/60 500 40, unter der sich Frauen rund um die Uhr melden könnten. Unter den mehr als 10.000 Anrufen bisher seien 800 ernsthafte Anfragen gewesen.

Die mehr als 200 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen am Telefon können laut Witthohn im Netzwerk Hilfen vermitteln, die von Geburtsvorbereitung und Entbindung bis zu betreuten Wohnmöglichkeiten und zur Adoptionsvermittlung reichten. 16 der Hilfesuchenden hätten ihr Kind behalten, 28 Frauen hätten es zur Adoption freigegeben. Viele junge Frauen in ungesicherten Verhältnissen schämten sich ihrer Schwangerschaft und ihrer Unerfahrenheit. Darum wolle das Netzwerk jetzt auch verstärkt aufklären, kündigte Käßmann an.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0603/05.03.07)
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Landesbischöfin ruft Scientology zu Transparenz auf / Hintergrundinformationen

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat die umstrittene Scientology-Organisation zu Transparenz aufgerufen: "Die Organisation soll offen legen, was ihre Inhalte und Ziele sind, wie sie Mitglieder wirbt und vor allem, wie sie sich finanziert", sagte Käßmann am Montag dem epd. Am Wochenende ist bekannt geworden, dass die Scientologen in Hannovers Innenstadt ein Gebäude von etwa 5.000 Quadratmeter erwerben und dort eine Zentrale für Niedersachsen einrichten wollen.

Für die evangelische Kirche sei es selbstverständlich, dass ihre Finanzen jederzeit von jedem eingesehen werden könnten, sagte die Bischöfin der größten Landeskirche in Deutschland weiter: "Das sollte auch für Scientology gelten." Käßmann warnte aber auch vor einer Überreaktion: "Wir sollten uns in Ruhe anschauen, was die Organisation jetzt vorhat, und dabei wachsam sein."

(epd Niedersachsen-Bremen/b0592/05.03.07)
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-> Hintergrundinformationen zur Scientology-Organisation. Quelle: Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Berlin

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Landesbischöfin vermisst Lebenswirklichkeit in Familienpolitik

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat die gegenwärtige familienpolitische Debatte als "bizarr" kritisiert. Selbsternannte Experten beurteilten die Lebensentwürfe von Frauen, auch wenn diese in der Wirklichkeit gar keine Wahl hätten. Bei der Diskussion um mehr Betreuungsangebote für unter Dreijährige gehe es nicht um "Krippenzwang", sondern um Wahlmöglichkeiten, sagte Käßmann am Montagabend in Hannover. So würden Eltern zum Kind ermutigt.

"Wir sollten alles tun, damit Deutschland ein kinderfreundliches Land wird", sagte Käßmann, die Mutter von vier Töchtern ist, bei einer Feier zum sechsjährigen Bestehen des "Netzwerks Mirjam" für schwangere Frauen in Not. Dazu gehöre ein ganzes Bündel an Maßnahmen, "damit junge Leute richtig Lust haben, Eltern zu werden". Die Bischöfin forderte: "Hört auf, ideale Mutterbilder zu entwerfen." Wichtiger seien Möglichkeiten, dass Mütter und Väter Kindererziehung und Berufstätigkeit verbinden könnten, wenn sie das wollten oder müssten.

Käßmann verwies auf die wachsende Kinderarmut in Deutschland. Arme Kinder seien mehrfach gesundheitlich beeinträchtigt, sprachlich benachteiligt und hätten schlechtere Bildungschancen. In der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers werde derzeit geprüft, die Betreuungsangebote in Kindertagesstätten für Kinder unter drei Jahren befristet auszubauen. Die Kirche will laut Käßmann trotz ihrer angespannten Finanzlage die Angebote für frühkindliche Bildung verbessern.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0604/05.03.07)
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