Landesbischöfin: Schwangere nicht allein lassen

Nachricht 05. März 2007

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat gefordert, schwangere Frauen in Konflikten nicht allein zu lassen. Zum sechsjährigen Bestehen des Netzwerks Mirjam in Hannover sagte sie am Montag, dort würden Frauen in Not nicht verurteilt, sondern angenommen, um ihnen und ihrem Kind eine Zukunft zu eröffnen. Die gegenwärtige Diskussion in der Familienpolitik setze Frauen noch mehr unter Druck, beklagte Käßmann: "Wie immer Frauen leben, es wird kritisiert."

Das Netzwerk Mirjam habe bisher 44 Frauen helfen können, berichtete Barbara Witthohn als Koordinatorin. Nur sieben hätten anonym bleiben wollen. Sechs Neugeborene wurden abgegeben, seit ein "Babykörbchen" am Friederikenstift eingerichtet wurde. Zentral sei die kostenlose Notrufnummer 0800/60 500 40, unter der sich Frauen rund um die Uhr melden könnten. Unter den mehr als 10.000 Anrufen bisher seien 800 ernsthafte Anfragen gewesen.

Die mehr als 200 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen am Telefon können laut Witthohn im Netzwerk Hilfen vermitteln, die von Geburtsvorbereitung und Entbindung bis zu betreuten Wohnmöglichkeiten und zur Adoptionsvermittlung reichten. 16 der Hilfesuchenden hätten ihr Kind behalten, 28 Frauen hätten es zur Adoption freigegeben. Viele junge Frauen in ungesicherten Verhältnissen schämten sich ihrer Schwangerschaft und ihrer Unerfahrenheit. Darum wolle das Netzwerk jetzt auch verstärkt aufklären, kündigte Käßmann an.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0603/05.03.07)
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